Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

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Strafrecht.

all ist ruhige Forschung neben religiöser Warme. Z) Die
heut zu Tage so seltene Begeisterung und Liebe für den
Gegenstand, aus welcher eine hervorstechende Lebendigkeit in der
Darstellung von selbst hervorging. Strenge Lehre und frisches
Leben finden wir hier vereinigt, so daß der Jdeengang aller-
dings zuweilen schwer in seiner Ordnung zu erkennen ist, mit-
unter wohl auch fast Poetisches gefunden wird. (Vgl. S. 5
—8. S. 53. S. 65. S. io2. Note 46.) Doch hat das ju-
gendliche Feuer hier dem Lichte nicht geschadet.
Wir kommen jetzt zur genaueren, jedoch möglichst kurzen
Darstellung des Inhalts vorliegender Schrift. Der Verf. be-
ginnt mit der allgemeinen Rechtfertigung des Unternehmens ei-
ner Revision der in der Geschichte mannichfaltig veränderten
Stellung der Kirche zum peinlichen Rechte und Verfahren; er
kommt aber mit Rücksicht auf den heiligen Bund (S. 2.f.) und
vermöge seiner Ansicht, daß Christenthum und Vernunft Eines
und Dasselbe fei, (vgl. S. 16. unten, und S. 64. „das Chri-
stenthum, selbst Vernunft" rc.) auf das Resultat (S. 3.): daß
die Abschaffung jedes den Vorschriften des Christen«
thumö widersprechenden Staatsgesetzes nicht nur
durch die Vernunft, sondern selbst durch die höchsten Ge-
walten der Erde verbürgt sei. Die Kirche könne hiernach vor
Allem die hinsichtlich ihrer Rechtmäßigkeit allgemein in Zweifel
gezogenen Staatsgesetze in Untersuchung ziehen. Ein solches
Gesetz sei dasjenige, welches die Todesstrafe sestsetze. (S. 4.)
„Cs gilt das Leben von Christen! Darin liegt die unmittel-
bare Forderung, daß die Kirche ihr Votum abgebe." Hierauf
wird die gewöhnlich von Theologen angeführte Stelle des Mo-
saischen Rechts: „Wer Menschenblut vergießet, deß Blut soll
wieder durch Menschen vergossen werden," (sie steht 1 B. Mos.
IX. 6. vgl. auch 2 B. Mos. XXI. 12.) durch exegetisch-histori-
sche Gründe abgelehnt (S. 5.); auch meint derVerf., die bis-

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