Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

2c Staatswissensch aften.
Sicherheit der Rechte zu sorgen, und nur wenn ihm nachge»
wiesen würde, daß er nicht nach Kräften hiebei gehandelt habe,
daß den Staatsbehörden ein Versehen zur Last falle, könnte von
einer solchen Verbindlichkeit die Rede sepn. Allgemein ausge-
sprochen würde sie aber politisch sehr schädlich wirken, indem
sie ein Motiv zu Abhaltung von Verbrechen, nämlich das Mit-
leid des Verbrechers mit dem Beschädigten, wegraumte, und in-
dem sie die Aufmerksamkeit der Bürger selbst, sich vor Eingrif-
fen Anderer sicher zu stellen, sehr verminderte. Das Letztere
fände auch statt, wenn die Gemeinde zum Ersatz verbindlich
gemacht würde, wenn schon wieder hier der Nachtheil dadurch
einigermaßen ausgewogen würde, daß die Gemeindemitgliedcr
selbst sich gegenseitig strenger beaufsichtigen würden; was in
Italien die Regierungen öfters veranlaßt hat, diesen Grund-
satz zu Verhütung von Räubereien einzuführen, was sie aber
selbst wohl nicht anders, als etwa mit des Verf. Nothrecht wer-
den vertheidigen'wollen. Das 4t e Hptst. enthalt herrliche
Worte „zum Lobe einer guten Gerechtigkeitspflege."
„Ohne sie" schließt der Verf. „giebt es keine Sicherheit des
„Eigenthums, keinen Credit im Handel und Wandel. An dem
„Wohlstände Englands dürfte die Trefflichkeit seiner Gerechtig-
„keitspflege einen Hehr bedeutenden Antheil haben." Rcf. will
hier nicht untersuchen, ob England gerade ein treffendes Bei-
fpul"ist; außerdem kann er aber auch die Behauptung in diesem
Abschnitt „daß in Deutschland dieOrganisarion der Rechtspflege
„noch weit hinter der anderer Vcrwaltungszweige zurückstehe"
wenigstens in der Ausdehnung auf alle teutsche Staaten nicht
zugestehen, indem er, so viel auch noch in diesem Zweige zu
thun sepn mag, gerade der entgegengesetzten Ueberzeugung ist«
Das 2Zte Buch handelt „von der vollziehenden
„Gewalt, oder von der Negierung in der engeren
„Bedeutung," und erörtert im iten Hptst. die Frage:

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