Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

208 . Römisches Recht.
Verhält niß der Sache, aus welchem die Früchte hervorgehn,
auch dem Eigenthümer gehört, wie das Dascyn derselben in
sich, so folgt, daß dieses Verhaltniß-Leben, selbst doch dem mensch-
lichen Rechte unterliegt und folglich naturali ratione, damit der
Dritte erwerbe, auf irgend eine Weise durch Cvnsens.zugestan-
den sepn muß, dessen spatere Aufhebung dann aber den Frucht-
Erwerb an sich eben so wenig stört, als das ganze Eigenthum
einer Sache durch Widerruf dc8 Tradenten zurückfällt.. Nutzt
,also Jemand ohne ein solches Zugeständnistwissentlich eine frem-
de Sache, so wird er sie nach dem natürlichen Rechte nicht er-
werben, vielmehr wird erstem Eigenthümer entweder in Bezie-
hung auf die ganze Sache sammt deren Perhaltniß-Lebcn Un-
recht thun, wenn er diese innehat, oder wenigstens in Bezie-
hung auf den gemachten Gebrauch und. Frucht-Ziehung, ,wenn
er stie Sache nicht besitzt. : ..
r. C) So jedoch pur beym na. k. possessor, .Besitzt Jemand
dagegen., in der stleberzeugungEigenthümer geworden zu styn,
so thut er, wenn fein Jrrthum nur nicht nach dem menschli-
chen Rechte der mala fides gleich 'steht, dem Eigenthümer Vox
her Mndication mit seinem Besitzt kc,in. Unrecht; vielrgehr be-
findet sich jetzt die Sache beh ihm gleichsarn.. in,her Gefangen-
schaft, welches ein dem natürlichen Rechte gemäßer Zustand, ist,
Der Inhalt diesig Zustandes ist aber der , daß . hinsichtlich-des
Erwerbs der Sache in der Person des h. f. possesso,^
da dieser auch besitzt, dem menschlichen Rechte genug. gethan
ist, und er also, wirklich erwerben wird, wenn es.nicht ander-
wärts noch fehlt. - In dieser Rücksicht unterscheiden sich aber
sehr die Sache selbst und das Bezichungs Leben oder die Früchte
derselben. Was die Sache selbst belrifft, so kann er diese nicht
erwerben, weil er sie nur vom Eigenthümer erwerben könnte,
dieser aber iure gentium zum Erwerbe cingewilligt haben müß-
te, was nicht geschehen ist. Die Früchte dagegen muß er er-

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