Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Backe und Unterholzncr, über Frucht-Erwerbung. 201
erwirbt, alö stillschweigend ausgeschlossen gedacht werden. Al-
lein dieses ganze Argument sinkt in sich' zusammen, sobald der.
Vers, den Beweis nicht führt/ daß der b. f. possessor irgend
welche Früchte usucäpire, welchen Beweis er weder geführt hat/
noch ohne petitio principii je führen wird. Zweitens nimmt
der Vers, alle Stellen einzcln vor und sucht für jede besondere
Argumente hervor, weßhalb sie nicht gegen ihn beweise. Da
aber alle Geständnisse, welche er von ihnen erlangt, mit der
Jnterpreten-Tortur abgezwungen sind, — leider ist diese Anwen-
dung der Tortur noch nicht wie die andere aus unserm Rechte
verbannt — so müssen wir von vornherein gegen deren Beweis-
kraft protestiren. — Im nächsten jj. 7. wird bemerkt, daß eö
zum Frücht-Erwerbe des b. f. possessor der conditio nsuca-
piendi nicht bedürfe, nach L. 48. de A, R. D., aber ohne alle
Anführung von Gründen, die doch sehr nothwendig gewesen
waren, weil sich aus diesem im R. R. anerkannten Grundsätze
eine Menge von Jnconsequenzen gegen des Verf'ö Lehre herlci-
ten lassen. Ausserdem wird behauptet, daß da wo der b. £
possessor an den Früchten blos b. £ possessio erwerbe, es
noch einer besondern Besitz-Ergreifung bedürfe; dieses ist aber
auch unrichtig (auch gegen alle Stellen); denn es ist nicht ab-
zusehn, warum die b. £ possessio an den Früchten hier schwe-
rer entstehen soll als das tzigenthum. Als Beschränkungen
des Erwerbes des b. f. possessor führt der Vers., welcher sei-
nem Aussatze die allgemeine Ueberschrift „vom Erwerbe der Er-
zeugnisse^ gegeben hat, zuerst an, daß de/ b. f. possessor
den partus ancillae nicht erhalt, ohne jedoch einen triftigen
Grund dieser Bestimmung anzugeben: eben so gehört ihm nicht
die Zuzucht bey Heerden,.weil diese Theil der Hauptsache und
folglich keine Frucht ist. Der Vers, ist zwar vollständiger, als
Hr. Backe, welcher den Frucht-Erwerb bep Heerden nur gele-
gentlich (p. 303*) berührt, jedoch noch keineswegs erschöpfend.

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