Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1827))

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Römisches Recht.

kann und muß. Unbegreiflich war es aber immer dem Unter-
zeichneten, wie man für den letzteren Fall (wenn der Erb-
lasser sich positiv ausdrückte) die Entscheidung, daß der Erbe
hinauszahlen müsse, auf das fr. 25. cit. stützen konnte, da
gerade in diesem Fragmente Paulus von dieser Entscheidung
sagt: nequaquam milii placet. Liest man nämlich die Stelle
unbefangen, so kann man nur folgendes in ihr finden. PquluS
sagt: wenn der Legatar nichts schuldig ist, poterit dici,
quasi falsa demonstratione adjecta, etiam peti, quod [in.
legato] comprehensum est, posse. Hierauf stützen nun Vie-
le den Satz, der Erbe müsse den Betrag hinauszahlen. Allein
dieß sagt ja hier Paulus keineswegs; er bemerkt nur; man
könnte es allenfalls sagen, man könnte sich etwa darauf
berufen, die Erwähnung der Schuld scp blos eine falsa de-<
monstratio, die nichts schade. Allein er entscheidet nicht so,
sondern untersucht im Folgenden die Frage genauer, indem er
sie in die 2 auflöst, wie es gehe, wenn der Erblasser sich ne-
gativ, und wie, wenn er sich positiv ausdrückte (das dare ist
hier nicht im streng juristischen Sinne, sondern blos als ein
positiver Ausdruck des Erblassers genommen). Im erster« Falle
verwirft er das Hinauszahlenmüssen, als offenbar unbegründet,
mit einer bloßen Frage; im zweiten Fall kommt er wieder auf
das Obige, und sagt, da könnte man vielleicht von einer falsa
demonstratio sprechen und sich für das Hinauszahlen entschei-
den, aber dieß sey doch falsch, mihi nequaquam placet. Und
dann geht er mit einem contra auf das legatum debiti Über,
wo das Gegentheil stattfindet. So legte Nef. immer in seinen
Pandektenvorlesungen das Fragment aus, und freute sich nun
sehr, daß der Verf. ganz dieselbe Auslegung in seiner Schrift
vertheidigt, ihre Nichtigkeit sehr gut nachweist und von allen
Seiten auf eine treffliche Weise gegen alle möglichen. Einwande
rechtfertigt. '

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