Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Abhcindl. aus dem Erbrecht. Zimmern. »83
un. §. 7.) Schwerlich wird cs sich hier rechtfertigen lassen,
daß, wenn der Erblasser einen solchen ungewißen Umstand
oder Tag bestimmt nicht als Bedingung, sondern als Zahlungs-
termin festsetzen wollte, diese Absicht zu befolgen sey, er müßte
denn durch eine andere Erklärung die frühere aufgehoben, oder
wider Willen einen solchen dies gesetzt haben, wo dann aller-
dings anders zu entscheiden wäre, gerade wie, si conditionem
addidit, dum nollet, die Bedingung nichts gilt, D. de liere-
dib. inst. fr. 9. K. 5. 6. Allein eine, solche Absicht oder daß
der Erblasser wider seine Absicht jenes setzte, müßte sehr bestimmt
aus andern Umständen und Erklärungen hervorgehen, und
im Zweifel wäre immer für da« Gegentheil zu entscheiden. Nir-
gends erklären auch eben deßhalb die Gesetze eine solche Clau-
se!, wie der Vers, anführt (so fern re.) für einen dies eertus,
sondern bestimmt für einen dies incertus, von dem dieRechtS-
erwerbung abhängr, O. quando dies legator, fr. 21. pr,
fr. 22. Denn die vom Vers, für Jenes citirten Stellen (D.
quando dies legator, fr. 26. sj. I. ad SO. Treb. fi-. /,6. C.
quando dies legator, cst. 5.) drücken sich ganz anders aus.
Man müßte daher die Sache wohl, um alle Mißverständnisse
zu beseitigen, so darstellen: Ob ein Vermachtniß sogleich oder
erst beim Eintritt eines Umstandes oder Tages erworben werde,
hängt zwar im Allgemeinen ganz von des Erblassers Willen
ab; allein :) wenn er es von einem ungewißen Umstande oder
einem dies incertus an abhängig machte, so hängt davon im-
mer die Rechtserwerbung ab, außer der Erblasser hätte sich wi-
der seinen Willm schief ausgedrückt, und bieß ließe sich klar
beweisen; 2) wmn der dies certus an ist und a) es ist gewiß,
daß der Legatar ihn erleben wird, so schiebt er nie die Erwer-
bung auf; ist aber b) dieses ungewiß, so ist ebendadurH die
Absicht deö Erblassers etivaS zweifelhaft und daher hier (und
dieß ist, was der Derf. so gut ausführt) auf seine wahrschein.

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