Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Abhandl. aus dem Erbrecht. Marezoll. 173
habe in allen nicht berührten Punkten die Ortsgewohnheiten be-
stätigen wollen, so lasten sich nur die 2 Falle denken: Entwe-
der wollte er bloß die zu seiner Zeit bestandenen Ge-
wohnheiten bestätigen, was man wohl allein annehmen dürfte,
da er sagt: antiquam eorum consuetudinem obtinere con-
cedimus^ und was auch der Vers, nach manchen Stellen sei-
ner Ausführung zu schließen (z. B. S. Zog., wo der Vers. u.
A. sagt: Justiman bestätigte diese Gewohnheiten in der Art,
daß sie an den Orten, wo sie sich bisher gebildet hatten, als
Gesetz fortgelten sollten; ferner S. 306. 5c7* Lin. 7., S. ZiZ.
Lin. 16. 17.), anzunehmen scheint (wiewohl der Vers, an man-
chen Orten, z. B. S. 307. unt. S. ZiZ-7-Zi5. auch so spricht,
daß man glauben möchte, er halte die ganze Verordnung für
noch praktisch.). Allein in diesem Falle ist dann die Verord-
nung für uns rein unpraktisch, da sie sich bloß auf uns ganz
unbekannte Gewohnheiten von Jusiinianö Zeit und Land bezieht.
Oder wollte er auch künftige, von der gemeinen Testamentö-
form abweichende Localgewohnheiten unter seiner angegebenen
Restriction bestätigen, so daß auch künftig Jeder unter Beob-
achtung der neuen Ortsgewohnheit und der Vorschrift der cst.
51* gültig teftiren könne. Allein dann wird wohl diese Be-
stätigung für uns der Bestimmungen der Notariatsordnung v.
1512'. wegen unpraktisch ftpn. Denn diese scheint die consl.
3r. in diesem Sinne nicht aufgefaßt zu haben, und erwähnt
nirgends einer Bestätigung abweichender Ortsgewohnheiten. Frcp-
lich meinen Manche (z. D. Stryck de testamento rusticor,
cap. 3. a. E.), eine solche Bestätigung sep gar nicht nöthig,
weil ja auch jede consuetudo legi contraria, wenn sie nicht
Irrationabilis sep, gelte, und diese gehen sogar soweit, daß sie
behaupten, selbst eine consuetudo, die sich über Jusiim'ans, in
const. 31. eit. festgesetzte Requisite wegsetze, und z. B. auch
2 Zeugen für hinreichend erkläre, sep gültig. Allem dieß hangt

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