Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

Abhandl. aus dem Erbrecht. Marczoll. i?i
Mit dieser Ausführung stimmt Nef. in Hinsicht auf das
unter nr. 2. Angeführte wieder vollkommen überein. Der Verf.
hat diese von Justmian herausgehobenen Requisite, durchaus
mit dem Worte und Sinne des Gesetzes übereinstimmend, und
genauer, als es gewöhnlich geschieht, festgestellt. Nur in Hin-
sicht auf den unter nr. 1. behaupteten Punkt erlaubt sich Nef.
einige Zweifel. Zwar hat die Auslegung des Verf's, wie es
auf dem exsien Anblick scheint, viel für sich. Indessen scheint
doch auch eine entgegengesetzte Auslegung vielleicht ebenso mög-
lich zu ftyn. Die Stellen der const. 3i*, auf welche es hier
ankommt, sind folgende zwei: In illis vero locis, in quibus
raro inveniuntur homines Iiterati, per praesentem legem
rusticanis concedimus, antiquam eorum consuetudi-
nem legis vicem obtinere, ita tamen, ut, etc. und
der Schluß der const.: Quod igitur quisque rusticorum,
sicut praedictum est, pro suis rebus disposuerit, hoc
omnimodo, legum subtilitate remissa, firmum vali-
dumque consistat. Liese sich nun nicht hier auch folgende Aus-
legung ebensogut denken, wie die des Verf's? Es bestunden
auf dem Lande in Beziehung auf Zahl und Unterschrift der Zeu-
gen Gewohnheiten, nach welchen — veranlaßt aus öfterem Man-
gel an Zeugen und an literatis — nicht immer die volle Zeu-
genzahl zugezogen, noch für die nöthigen Unterschriften gesorgt
wurde. Diese Gewohnheiten wollte Justinian theils bestätigen,
theilö, weil sie vielleicht auch in Fallen beobachtet wurden, in
denen nicht gerade Mangel an Personen war, reguliren und
auf das Bedürfniß beschranken. Er bestimmt daher,
daß nur im Nothfalle 5 Zeugen hinreichen sollen u. s. w.
Von den übrigen Requisiten der Testamente sagt er nichts, weil
bei diesen (Siegeln, unitas actus, Dualität der Zeugen re.) nichts
von der.Zahl und der Schreibkunde abhängt, also auch kein
Grund vorhanden ist, in Beziehung auf diese den rusticis ein

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