Full text: Volume (Bd. 2 (1827))

12 StaatSwifsenschafren.
finden sich Blicke auf die XII. Tafeln und die röm. und kan.
Gesetzgebung nicht weniger, als auf den Talmud, Koran und
Code civil; neben Moses, Zaleukus, Lykurg steht Napoleon und
Bolivar, und der Verfassungszustand nicht nur von Griechen»
land und Rom, Venedig und England, Rußland und Südame-
rika, selbst der der Türkei, der von Japan und China, von Alt-
peru' und unter den Indianern in Nordamerika giebt seinen Tri-
but. So erhalten wir denn eine wahre Philosophie des
positiven Rechts, im Hugo'schen Sinn, freilich minder
geistvoll und nicht so durchaus originell, wie die des erwähnten
Schriftstellers, aber auch vielleicht im Ganzen weniger paradox
und in sofern ihr vorzuziehen, als sie nicht wie jene, fast blos
das Privatrecht, sondern auf gleiche Weise öffentliches und Pri-
vatrecht umfaßt.
Dieß die unläugbaren Vorzüge der Schrift; indcß die Pflicht
der Kritik erfordert es, auch die Schattenseiten (wenn gleich
der physische Grundsatz „wo viel Licht, da auch viel Schat-
ten" hier keineswegs anschlagt) nicht zu übergehen. Schon die
Form der Darstellung, so trefflich sie auch unbezweifelt ist, ist
doch, nach Ref. Ansicht, nicht ohne alle kleine Flecken. Ref.
glaubt einiges Sprachwidrige dahin rechnen zu dürfen, wie
daS häufige Anfängen eines neuen Satzes, nach einem Punkte,
mit „sondern" (z. B. S. »4. 6y. 104, u. f. w.) einzelne son-
derbare Ausdrücke, wie „ein Selbststand" (S. 7».) „das Kenn-
mahl" (S. 79.), das öfter» (z. B. S. 285 ) vorkommende
„in Haft enthalten" u. dgl.; einzelne Dunkelheiten (z.B.
S. 79- S. 9s.) und hie und da Wiederholungen (wie
z. B. S.ZH vergl. mit S. 4i.; S. 75. mit @.79.; S. Z75.
mit Z89.). Doch sind solche Dinge, deren Richtigkeit oder Un-
richtigkeit meist dazu nur auf individueller Ansicht beruht, kaum
der Rede werth. Ref. geht daher lieber gleich auf einige Man-
gel über, die den Inhalt betreffen. In dieser Hinsicht ist wohl

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer