Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Sohlyter: Corpus Juris Visbyeusis urbici et maritimi. 55
Offenbar handelt es sich hier um den gemeinten Hasen, d. h.
den Hafen, wohin der Schiffer wollte.
Ebensowenig läßt sich den Ansichten des Herausgebers ad art.
69, 70 der Holländischen und Deutschen Vulgatredaction (Art. 33,
34 des Holland. Schiffsrechts) bcitreten. Es wird hier bestimmt:
Wenn der Schiffer, der an einer (jener) Sette der See geladen
liegt, aus Roth Frachtgut verkauft, und später das Schiff untergeht,
so soll der Schiffer dem Befrachter das verkaufte Gut nach dessen
Werth am Abladungsorte bezahlen, ohne Fracht zu empfan-
gen; verkauft er aber das Gut auf dieser halben See, so
soll er dem Befrachter den mittleren Werth des Gutes am Lö-
schung s Platze (Markt) erstatten und seine volle Fracht empfangen.
Die Holländischen Interpreten (Grotius, Verwer, Biben, den
Tex) denken an den Gegensatz zwischen Küstenfahrten und Fahrten
auf hoher See, wonach die Worte des Art. 69: aen eenen (oder
vielmehr gene)* **) ***)) zijde der zee bedeuten sollen: „vorbei der Enge
von Dover und durch den Sund"; dagegen der Art. 70: „aen deaer
lialven der zee“ sich auf die Nordsecfahrten beziehen soll. Mit die-
ser künstlichen Erklärung ist nichts gewonnen, da ein innerer Grund
für eine in dieser Beziehung verschiedene Behandlung von Küsten- und
Seefahrten gar nicht denkbar ist.
Pardessus^*) interpretirt diese Stelle nicht, versteht jedoch den
abweichenden Verwer'schen Text: „aen geener Iialver See“ und „aen
deaer halver See“ ohne weitere Erklärung von der Hin- und Rück-
reise.^^*) Schlyter (p. 294, 295) will die Schwierigkeit durch die
Annahme beseitigen, daß im Kap. 69 von einem Schiffe die Rede
sei, welches auf der anderen Seite des Meeres liege (Amsterdam als
Standpunkt angenommen), um nach Amsterdam zu fahren, das sei
gene (ene) zyde der zee; es handele sich also um den Verkauf von
Frachtgut, bevor das Schiff übers Meer gekommen; aen deeser halven
zee im Kap. 70 bedeute: nachdem das Schiff übers Meer gekommen.
Schlyter läßt es dabei völlig dunkel, um welche Zeit der
Verkauf des Frachtguts geschehe, wohin das Schiff befrachtet war,
worin der Grund für die verschiedene Behandlung beider Fälle liege.
*) So lesen nicht nur die meisten Terte des Holländischen SchiffSrechtS, son-
dern auch die Deutschen Vulgatterte der WiSbyschen Sammlung.
**) Collect. I. p. 419 not. 1. IV. p. 30 not. 4.
***) Coli. I. p. 417. not. 3.

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