Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Kunhe: Die Obligation und die Singularsucceffion. 463
22 eod.: si post constitutam tibi pecuniam hereditatem ex 8. C.
Treb. restitueris, quoniam sortis petitionem transtulisti ad
aüum, deneganda est tibi pecuniae constitutae actio.
Die beiden Stellen kr. 36 und kr. 18 §. 3 cit. berücksichtigt
auch unser Vers. Er meint, daß nach abgeschlossenem constitutum
eine sortis petitio bleibe, sei zuzugeben jure civili, daS constitutum
fei ja novatio honoraria, eivilrechtlich bestehe die Klage fort, werde
aber durch die Einwirkung des prätorischen Rechtes entkräftet, was
Ulpian an den gedachten Orten besonders hervorzuheben sich nicht
bemüßigt gefunden habe. Es ist dies eine Art der Argumentation,
auf die nicht viel zu erwidern ist. Ueberhaupt mag es leicht-
sinnig verwegen erscheinen, mit Quelleneitaten einen Gegner zu be-
kämpfen, der in dieselben nach Gutbesinden Negationen einzuschieben
sich berechtigt glaubt, und Ansprüche, die die Quellen als zulässig
bezeichnen, aus eigener Machtvollkommenheit für zwar zulässig aber
unwirksam erklärt. Mag die Hoffnung, daß der Verf. bald selber
geneigt sein werde, seine Extravaganzen zu beschränken, meinen Leicht-
sinn entschuldigen. Dem Vers, fehlt nicht die Schärfe, die nöthig
ist, um einzudringen in die Quellen; aus ihnen herauszulesen, was
nicht darin enthalten ist, man sieht nicht, welchen dauernden Reiz
das für ihn haben konnte.
Der Novationstheorie des Vers, ist schon oben gedacht worden.
Sie wird detaillirt vorgetragen im §. 58 und folg.; als charakteri-
stisch wird hervorgehoben, daß durch einen Rechtsvorgang die alte
Obligation vernichtet und die neue erzeugt, und hierbei der Vermö-
gensstoff der alten Obligation in die neue übertragen werde, mithin
die alte und die neue Oblig. denselben Vermögensstoff oder Inhalt
haben. Aber diese letzte Bestimmung steht mit des Verf. eigenen
Ausführungen im Widerspruch. Im §. 36 unter I, die Stelle ist
vorher wörtlich abgedruckt, sagt der Verf. ausdrücklich, daß wenn
bei einer Obligation die aestimatio rei an Stelle der res ipsa trete,
die Obligation wohl dieselbe bleibe, aber der Inhalt derselben ganz
geändert werde; also daß der Anspruch auf die aestimatio rei ein
anderer Inhalt oder Vermögensstoff der Obligation sei, als der An-
spruch auf die Sache selbst. Bei einer Novation aber kann bekannt-
lich auch die aestimario rei statt der ursprünglich geschuldeten Sache
versprochen werden. Gibt der Verf. dies zu, nnd er muß es zugeben,
wenn er nicht wiederum Quellenzeugnisse verdrehen will, so muß

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