Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Stobbe! Zur Geschichie des deutschen VertragSrechts.

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Tilgung der ganzen Verbindlichkeit und der durch das Etnlager selbst
entstandenen Kosten nicht losgelassen zu werden. Vergl. über alles
Dieses den Verfasser S. 194 ff. Das Versprechen zur Geiselschaft
ging nicht auf die Erben des sich Verpflichtenden über, s. S. 195.
Hinsichtlich der Art und Weise der Ausführung des Einlagers, das
gewöhnlich mit Knechten und Pferden in einer Herberge stattfindet,
siehe Stobbe S. 196ff.
Der Bürge, welcher sich in die Geiselschaft begab, konnte von
dem Hauptschuldner vollständigen Ersatz für die Kosten und den
Schaden fordern, die ihn ohne seine Schuld durch das Etnlager
trafen. Der Debitor haftete hier demnach selbst für Casus. Wenn
die Bürgen sich zum Einlager mit gesammter Hand verpflichteten, so
wurden die bei diesem Institute überhaupt geltenden Regreßregeln
angewendet; vergl. den Verfasser S. 204 ff.
Der Reichsabschied von 1577 Art. 18 §. 10 verbot wegen
Mißbrauche das Einlager. Trotzdem erhielt sich solches in mehreren
Territorien, am längsten in Holstein.^)
Die reiche Literatur über das Obstaxium berücksichtigt Stobbe
S. 186 ff.
Der Verfasser hätte unserer Ansicht nach übrigens besser gethan,
das schon viel besprochene, keine große juristische Ausbeute gewäh-
rende Einlager überhaupt nur kurz zu berühren und dafür einen
weniger aufgeklärten Punkt des deutschen Obligattonenrechts zu be-
leuchten.
Gehen wir zu der dritten Abhandlung über. Daselbst wird
dieHaftung für den Zufall in Vertragsverhältnissen
nach älterem Rechte dargestcllt, ein wichtiger, aber keineswegs bis-
her sehr berücksichtigter Gegenstand.
Fast alle größere Quellen deS Mittelalters entscheiden für ver-
schiedene Verträge die Frage, Wer den Casus tragen müsse. Der
Verfasser setzte sich die Aufgabe, solche zerstreuete Rechtssätze zu sam-
meln und dann auf deren Grund zu untersuchen, ob die Deutschen
einen festen Begriff für den Zufall aufgestellt und nach bestimmten
allgemeinen Principien bet den einzelnen Verträgen die Haftpflicht
geregelt haben.

*) Vergl. Paulsen, Lehrbuch deS Privatr. in den Herzogthümrrn SchleS«
wig-Holstein §. 120 ff.

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