Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Huschte: Gaj»-. 341
darin, wie uns scheint, das Persönliche der sponsio zu sehr be-
tont ist.
Mit unserer Auffassung der sponsio vertragt stch dagegen sehr
wohl die Meinung Bekker's (S. 189), daß die Haftung von dem
Schuldner und von dem Adpromifsor gleichzeitig übernommen werden
mußte. Nur dann mogte die ältere Zeit volle Gleichheit des GrundeS
annehmen, wenn die Verpflichtung auch zeitlich zusammentraf. —
Endlich dürfen wir dem genannten Schriftsteller auch darin folgen,
wenn er (Consumtion S. 193 ff.) auöführt, daß die fidejussio
gegenüber der Hauptobligation einen weit selbstständigeren Charakter
trage, als die übrigen Adpromissionen. Daß Gleichheit des Grundes
ein viel innigeres juristisches Band unter persönlichen Rechten bildet,
als Gleichheit des öronomischen Inhalts, bedarf keiner Ausführung
und gilt jedenfalls für die ältere Zeit der Römer mit noch viel größe-
rer Wahrheit. Es kommt aber biezu, daß bei der sponsio der Ob-
ligationsgrund nicht das einzige Bindeglied, welches sie an die Haupt-
schuld knüpfte, war, sondern auch secundo Joco der Inhalt — während
zwischen fidejussio und Hauptschuld kein anderes Verhälkniß als dies
letztere bestand. Es waltet demnach völlige Gleichheit der Obligation
deS raus und des sponsor ob, und cs scheint uns unzweifelhaft, daß
wir hierin die älteste Correalität zu sehen haben. Wir wollen diese
Frage hier nicht weiter verfolgen, da sich demnächst bet Besprechung
von Kuntzc's „Obligation" einem andern Ref. passendere Gelegenheit
bieten wird, sie in diesen Blättern zu prüfen.
Es wird uns von der Sponsion gesagt, daß sie auch bisweilen
dann Gültigkeit habe, „quamvis ipse qui promiserit, non fuerit
obligatus^ (Gai. 3 §.119), während für die Gültigkeit der fide-
jussio mindestens eine naturalis ob!ig. vorausgesetzt wird. Die Er-
klärung, welche uns H u s ch k c über diesen eigenthümlichen Unterschied
giebt, ist überzeugend, und zwar um so mehr, als hier die rein per-
sönliche Natur der sponsio weniger betont wird. Die Sache selbst
scheint unsere etwas modifieirte Auffassung zu unterstützen. Für den
Eintritt in denselben ObligationSgrund ist es nothwendig, daß ein
solcher vorhanden sei; gleichgültig ist eS dagegen, ob bei dem
promissor Gründe vorliegen, welche der Wirksamkeit für seine
Person im Wege stehen. Um dagegen den Inhalt einer fremden
Obligation übernehmen zu können, ist das Dasein einer reellen Schuld
bet einem Andern erforderlich. Wenn daher die Gültigkeit einer fide-

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