Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Huschke: Gaj»-. 331
beantwortet als in den übrigen Fällen. Offenbar aber spricht dieser
Zusammenhang gegen die Niebuhr'sche Emendation.
Die erhaltenen Thetle unserer Stelle zeigen uns ferner, daß
GajuS einen Gegensatz im Auge hat: dem minus muß ein majus
dem Worte oder dem Gehalte nach entsprochen haben, mag mau nun
lutuw oder Latium lesen wollen. Und wenn er uns zur Erläute-
rung deS Vorhergehenden (als daS -Ius quod quibusdam peregrinis“
verliehen sei), erklären wollte, wann ein Latine mit seinen Kin-
dern die Civität erlange, so bildet der Gegensatz das „mindere"
Recht, wonach nur die -qui magistratum vel honorem gerunt“
nicht auch ihre Kinder -ad civitatem Romanam perveniunt.“
Von dieser Auffassung geht Huschke bei seiner Untersuchung
aus. Er schlägt zunächst vor statt „eorum qui Latini sunt et“ zu
lesen: „eorum q ii i Latii jure cum liberis suis ad civitatem
Romanam perveniuut.“ Er untersucht sodann, in welchen Fällen
man jure Latü mit seinen Kindern das Rom. Bürgerrecht erworben
habe, um danach die Lücke bei Gajus auözufüllen.
Den Nächstliegenden Fall bietet die lex Servilia c. 23: der
Latine, welcher eine Anklage glücklich durchführt, soll mit Frau und
Kindern zum Rom. Bürgerrechte gelangen. Huschke emendirt bei
dieser Gelegenheit 1. Servil, c. 23 so, daß sie mit Cic. pro Balbo
c. 24 übcreinstimmt (vgl. Klenze 1. Servil, p. 92).
Von Cicero werden aber in der angeführten Stelle außer der
lex Servilia noch andere Gesetze erwähnt, welche den Latinen „aliqua
ex re praemium civitatis“ versprachen. Uns ist von diesen nur
noch das bei Liv. 41, 8 gelegentlich im Jahr 577 u. c. ange-
führte Gesetz bekannt, wonach die Uebersiedelung nach Rom, unter
Zurücklassung eines männlichen Nachkommen in der Heimath, den La-
tinen zum Bürgerrecht verhalf.
Ueber dieses Gesetz verbreitet sich Huschke ausführlicher, wes-
halb wir einen Augenblick dabei verweilen müssen. Bekanntlich wird
dasselbe von Vielen für eine bloö vorübergehende Maßregel gehalten
(vgl. Marquardt, Handb. d. Rom. Alterth. Bd. 3. Abth. 1. S. 43);
Huschke betrachtet cs (wie Savigny, verm. Schrift. Bd. 3. S. 299)
als dauerndes Recht, und zwar als dasjenige Gesetz, durch welche-
nach Unterwerfung Latiums das Recht deS Municipium regultrt fei.
Schwierigkeit macht aber hiebet die von LtviuS erwähnte zweite Art
der Umgehungen des Gesetzes «et quibus stirpes deesset, quam

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer