Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

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Mommsrn: Beiträge zum Obllgattonenrecht.

der bedingten Novation keine Frist bewilligung sehe, reichen wir auf
jeden Fall nicht anS; denn daraus würde nur folgen, daß die erste
Obligation trotz des Unterganges deS LeistungögegenstandeS fortdauere,
nicht aber, daß die zweite Platz greife; und doch sagt die Stelle: no-
vatio fiet. L. 56. §. 8. D. de V. 0. aber handelt gar nicht von
unserem Falle, sondern von einer nach der bedingten Novation ein-
tretenden Mora.
2) Mora des Gläubigers. §. 36. Auch die Mora deö Gläu-
bigers hört auf durch Verzicht, Untergang der. Obligation und die
der Oblation entsprechende Interpellation. Zu einer Bemerkung gibt
mir hier nur Veranlassung, was der Vers, über die bekannte l. 51.
pr. D. de A. E. V. sagt. Er glaubt, daß derselbe von einer suc-
cessiven Mora rede; denn es sei nicht unwahrscheinlich, daß Labeo
und die älteren römischen Juristen der Interpellation von Seiten eines
in Mora befindlichen Gläubigers keine Wirkung beigelegt hätten,
davon ausgehend, daß das eigentliche obligatorische Band aufgehoben
sei, und daß es daher zur Begründung einer Mora deS Schuldners
einer Thatsache bedürfe, welche geeignet sei, ein obligatorisches Ver-
hältniß von Neuem herzustellen, d. h. der Litiscontcstation. Ich habe
schon oben ausgesprochen, daß ich die eine, wie die andere Voraus-
setzung, wovon der Vers, hier ausgeht, für unbegründet halte. Meiner
Ansicht nach will die citirte Stelle nichts sagen, als, daß wenn der
Käufer und der Verkäufer beide unthätig blieben (Mora im nicht
technischen Sinne), nicht der Verkäufer tn Mora komme, der nicht
anbtete, sondern der Schuldner, der nicht fordere. L. 17. D. de per.
erklärt sich dann nicht gegen den Inhalt, sondern gegen den zu all-
gemeinen Ausdruck dieses Satzes.

Seiner Darstellung der Lehre von der Mora hat der Verf. vier
Abhandlungen hinzugefügt, in welchen er Beiträge zur Lehre
von der Culpa geben will. Dieselben enthalten zum Thetl Be-'
kanntes, was sich auch alö solches hinstellt, und von dem man daher
nicht recht einsieht, warum es überhaupt hier miftiUt. Sie enthalten
aber auch Eigenthümliches; darüber soll im Folgenden noch kurz be-
richtet werden.
I. Die erste Abhandlung (S. 348—349) sucht für die Lehre
von der lata culpa eine neue Grundlage zu gewinnen. Der Verf.

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