Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

186 Goldschmtdt: Untersuchungen zur I. 122. §. 1. v. de V. 0.
Er nimmt an und begründet dies S. 31 näher, daß nicht der
Gläubiger, sondern der Advokat des Callimachus die Anfragen stellt,
dem daher daran liegen mußte, dem consultirten Juristen die Sache
im vortheilhaftesten Lichte erscheinen zu lasten. Die Sache selbst ver-
hielt sich aber nach Ansicht des Verf. so, daß Callimachus zwar vor
dem 13. September von Brundusium nach Syrien abgcsegelt war,
auch schon einen Thcil der neugekauften Waarcn eingeladen hatte,
jedoch auf der Rhede oder sonst in der Nähe des Hafens wieder lie-
gen blieb, um noch den Rest der Waaren cinzunehmen, so daß seine
erste Abfahrt nur zum Schein geschah, um dem abgeschlostenen Ver-
trage wenigstens dem Worte nach zu genügen. Denn er hatte ja
nun die Waaren vor dem 13. September angeschafft, auch Waarcn
(wenngleich nicht alle) eingeladen und war vor dem 13. September
auch abgcsegelt, hatte also in keiner Weise gegen die Stipulations-
urkunde — so übersetzt der Verf. cautio in dem Satze -cum se-
cundum cautionem“ - sondern derselben gemäß gehandelt. Auch
hatte der Mitsclave des StichuS, Heros, in die scheinbare Abfahrt
und das spätere Aufnehmen der Waaren gewilligt. Alle diese Mo-
mente hebt nun der Advocat für die erste Frage hervor und sucht
dabei durch die Worte -post diem conventionis" in dem Satze -cui-
que — perferret“ darauf aufmerksam zu machen, daß cs dem Mit-
sclaven, wenngleich ihm nach dem Verfalltage nur zugestanden habe,
das Geld einzukaffiren und nach Rom zu bringen, doch vorher in
seiner Eigenschaft als Sclave wohl möglich gewesen sei, im Namen
seines Herrn eine Einwilligung wirksam auszusprechen.
Wenn nun unter diesen Umständen wohl die Möglichkeit einer
dem Callimachus günstigen Entscheidung vorlag, so konnte anderer-
seits doch dem Advvcaten der Zweifel entstehen, ob sich die Abfahrt
vor dem 13. September würde überzeugend darthun lasten, indem
Callimachus vielleicht so nahe dem Hafen liegen geblieben war, daß
der Richter nicht bloß das verspätete Einladen der Waarcn, sondern
auch die Fahrt selbst erst als n a ch dem 13. geschehen annehmen
konnte. Darum gibt er nun bei der zweiten Frage das Moment der
rechtzeitigen Abfahrt ganz auf und hält sich nur an die Einwilligung
des Heros; fragt also, ob, wenn Callimachus nun wirklich erst nach
dem 13. September abgesegelt sei, aber mit Einwilligung des Heros,
dies nicht für den Herrn die Klage ausschließe ‘i Der Verfasser führt
gegen das Ende in Betreff dieser Frage aus, daß bet dem ihr zu

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