Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Leist: Erlaubte«nberuf. Ergreif, infremdeVermSgenSangelegenhetten. 173
Mehr als in dem eben erörterten Punkte sind wir geneigt, dem
Verf. in seinen Ansichten über den Einfluß beizustimmen, welchen die
Wtllensrichtung des „Eigners" auf das Rechtsverhältniß
ausübt.
Es liegt auf der Hand, daß selbst die scheinbar rein objektive
Beziehung eines Geschäfts zu dem fremden Vermögen durch die con-
crete Willensrichtung des Eigners wesentlich bestimmt werden muß.
Wir haben hierauf schon oben bei Erörterung der Begriffe von neg.
necessarium und utile hingewiesen: der bestimmte Wille, eine Sache
verderben zu lassen, macht jeden zu ihrer Erhaltung geschehenen Auf-
wand zu einem reinen voluptarium: das bestimmte Verbot eines Ge-
schäfts schneidet jede Beziehung zwischen ihm und dem Vermögen des
Eigners ab.
Umgekehrt aber kann durch den Willen des dominus diese Be-
ziehung auch gesteigert werden. Wir setzen für den Begriff des
necessarium und utile voraus, daß das Geschäft den concreten Ver-
hältnissen entspreche und man daher sagen könne ^dominum eadem
tacturum fuissc.u Wenn sich dieser Ausspruch nun nicht nur durch
Schlußfolgerungen aus den Umständen, sondern durch einen concret
vorliegenden Entschluß des dominus begründen läßt, so muß das
ganze Geschäft wie sein eignes unbedingt behandelt werden und
alle seine Folgen sind von ihm zu tragen. — Zwar bet dem necessa-
rium negot. tritt kaum eine Wirkung zu Tage: denn wir sahen schon
oben, daß tind warum hier jedenfalls voller Erfolg verlangt werden
könne. Bei der utile negotium dagegen steigert sich die Haftung des
Eigners von der Pflicht auf Herausgabe der Bereicherung zur vollen
Ersatzpflicht; denn cs würde der aequitas Hohn sprechen, wenn der
Eigner dem Fremden eine Last aufbürden wollte, deren Tragung er
selbst bereits beschlossen hatte, um den vorliegenden Zweck zu erreichen.
Am erheblichsten aber zeigt sich die voluntas domini bei den
Folgen des voluptar. negotium. Hier, wo an sich jeder objektive
Verpfltchtungsgrund des Eigners fehlt, kann er allein durch die vo-
luntas domini geschaffen werden. Wo aber diese entweder bereits
vorhanden war oder als Ratihabition hinzutritt, da ist auch Recht
und Pflicht auf vollen Ersatz begründet.
Verf. knüpft hieran die Frage nach der allgemeinen Bedeutung
der Ratihabition bei der neg. gestio. Es handelt sich hier na-
türlich nur um das Rechtsverhältniß zwischen gestor und dominus,

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