Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

170 Lktst: Erlaubte rmgenif. Eingreif, in stnnde VermögenSangelegenheiten.
sprechender Weise erklärt sich der Vers, bei den Jmpensen nnd der
s. d. in rem verso.
Bekanntlich wmde das Requisit der evutewpl. domini von älte-
ren Juristen für eine bloße Subtilität deö Rom. Rechts gehakten,
und in der Praxis hat man sich an dieselbe nicht gebunden (Glück,
Bd. 5. S. 345—348). — In neuester Zeit hat Ruhstrat (Arch. f.
civ. Pr. Bd. 34. S. 68 sf.) die negot. gestio ohne contemplatio
domini einer näheren Betrachtung unterzogen und das Resultat
gewonnen, daß die a. neg. gest. contraria auch für diesen Fall be-
gründet sei, insofern dem dominus durch die Geschäftsführung eine
Bereicherung zugegangen ist. Jedoch fügt er die Beschränkung hin-
zu, daß der gestor sich nicht in der Lage befinden dürfe, durch ein
anderes Rechtsmittel, namentlich durch die Besttgniß zur Retention,
hinlänglich gesichert zu sein. Ruhstrat betrachtet darnach die Zu-
lasstlng dieser Klage als eine subsidiäre AuShülfe, um eine augen-
scheinliche Unbilligkeit auözngleichen. — Wir finden endlich auch bet
unserm Berf. (S. 135) für den Fall des utile negotium die a.
contraria auf Bereicherung ohne die Voraussetzung der contempl.
domini anerkannt. — Uns scheint die Richttgkit der Ruhstrat'-
schen Ansicht unzweideutig auS 1. 6. §. 3. tz. 6. 1. 49. D. d. N. G.
hervorzugehen, und zwar pflichten wir auch darin Ruhstrat bei, daß
es ganz gleichgiltig ist, ob der ohne contempl. domini han-
delnde gestor wußte, daß das von ihm verwaltete Vermögen dem do-
minus gehöre, oder ob er glaubte, es sei sein eignes oder das
Vermögen eines Dritten: denn wenn ich die Absicht batte, den N
zu verpflichten, so kann das den X ebensotvenig berühren, als wenn
ich Niemand verpflichten wollte.
Von seinem Standpunkte auS muß Ruhstrat, welcher die
obligatorische Basis der X. G. in einer „Vertretung der voluntas do-
mini", also in reell vorhandener Wtllenseinheit siebt, jenen Satz
als eine inconseqnente Concession an die Billigkeit betrachten. Unser
Vers, dagegen scheint uns durch das von ihm vertretene Princip in
keiner Weise genöthigt, die contempl. domini zu fordern. Es ist
nicht zu übersehen, daß eine Bedeutung, welche die contempi. do-
mini haben kann, hier ganz aus der Betrachtung fällt: ein Ge-
schäft kann unter Umständen allein erst durch sie zu einem alienum
werden, z. B. der Ankauf einer Sache, die ich ebensogut für mich
wie für einen Andern bestimmt haben könnte. Diese Bedeutung der

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