Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

162iSeift: Erlaubte ungeruf. Eingreif, in fremde VermögenSangelegenhkiten. „
trahent des Mandatars contemplatione mandantis handelt,
so hat er die actio neg. gest. eontrari» gegen den Mandanten.
Ganz dasselbe muß man auch behaupten, wenn der Contrahent des
Gestors contemplatione domini handelt. Will der Contrahent des
Gestors nicht diesem, sondern dem Dominus Credit geben, so
hat er aus demselben Grunde, wie der Contrahent des Mandatars
gegen den Mandanten, die act. »8g. gest. contraria gegen den Do-
minus rei gestae.
Die objektiven Erfordernisse der act. neg. gestorum con-
traria, sagt der Verfasser, „seien in den drei Classen des necessarium
utile und voluptarium negotium zusammengefaßt." Das soll heißen:
das Geschäft des Gestors könne ein negotium necessarium, utile,
oder voluptarium sein. Aus 8- 47 Nr. 3 ergibt stch, daß es für
die Competenz der act. neg. gest. contraria gleichgiltig ist, ob
die Handlung des Gestors der einen oder andern Classe von Ge-
schäften angehöre, d. h. also: diese ganze Eintheilung sei für die
Competenzfrage überflüssig. Damit sind wir durchaus ein-
verstanden.
Rückstchtlich des Gegenstandes der act. neg. gest. contraria
behauptet der Verfasser: Nur im Falle eines negotium necessarium
habe der Gestor einen Anspruch auf Ersatz der Jmpensen, im Falle
eines utile oder voluptarium negotium nur, wenn die wirkliche
voluntas domini, d. h. die Raiihabition vorliege. Der Verfasser ge-
steht eS zu, daß diese gegen die bisherige Theorie gerichtete Behaup-
tung durch keine Quellen-Stelle belegt werden könne. Wunderbar
ist es nur, daß er überall nach solchen Beleg-Stellen gesucht hat.
Wäre jene Behauptung richtig, so hätte ja das Römische Recht ein
Institut geschaffen, welches Jedermann hindern würde, für Andere
Handlungen vorzunehmen, die ihnen nützlich oder angenehm sein wür-
den. Schon diese einfache Reflexion hätte den Verfasser von der
Unmöglichkeit seiner Theorie und von der Unrichtigkeit seiner
Behauptung, es sei diese Theorie „dem Bewußtsein der Römischen
Juristen entsprechend und stecke implicite in der Justinianischen Com-
pilation", überzeugen sollen. Das Römische Recht will, wie jedes
vernünftige Recht wollen muß, daß man alle und jede Handlun-
gen für Andere vornehme, welche die Genehmigung des Dominus
präsumiren lassen, möge man ste als necessarium, utile oder vo-
luptarium negotium bezeichnen, gibt deßhalb unter dieser Voraus-

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