Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

46 RcchtSdenkmäler des Deutschen Mittelalters.
Ehe ich mich zum vorliegenden ersten Hefte wende, noch einen
bescheidenen Wunsch für die Glosse jHeft 2]: Es will mir nämlich
scheinen, daß jene „Berichtigung" der Citake ein sehr wenig wün-
schenswcrthes Unternehmen sei. Die Glossatoren unserer Rechtsbücher
citircn bekanntlich nicht bloß zum Beweise, sondern gar nicht selten
auch zum bloßen Staat, und dies oft in Wendungen und Jdeenver-
bindungen, die zwischen den Zeilen zu lesen, unserem Auge selbst
nach den mühsamsten Forschungen kaum möglich ist. Wie nahe liegt
unter diesen Umstanden die Gefahr, statt einer „Berichtigung" beim
besten Willen eine Verfälschung zu geben! ich wenigstens würde mich
auf kein einziges Citat einer so „berichtigten" Glossenansgabe ver-
laffen.
Ob übrigens die Benutzung von 7 Hdss. genügt ???*)
Noch bleibt einiges Wenige über das gegenwärtige erste Heft
zu sagen übrig. Bor allen Dingen kann ich mir bei demselben das
eui 1)0110 ? nicht recht beantworten. Nach Allem scheint es, daß auch
das vierte Heft einen Tcrt von derselben Klasse, als der hier ab-
gedruckte ist, bringen wird: dann ist Lieferung 1 der Hauptsache nach
überflüssig; denn die Glosse hätte sich in diesem Falle doch wohl auch
an die kritische „Ausgabe" anschließen lassen?
Die Reim Vorrede erscheint hier „in einer altern" und „in
einer neueren Form" ohne Varianten aus andern Handschriften. Von
diesem Verfahren gilt das oben zu Lief. 3 Bemerkte. Außerdem aber
scheinen auch Veränderungen mit den hds. Terten vorgenommen zu
sein fV. 6}: wenigstens stimmt der Abdruck des cod. Gorl. nicht mit
der Wackernagel'schen, auf der Berliner K. Bibl. befindlichen Ab-
schrift, ohne daß man recht einen aus Metrik oder Grammatik hcr-
genommenen Grund für die Abweichung auffindcn könnte, fz. B.V. 3:
Repchowe; W. liest: repehow. V. 13: darynne; W. liest: doi-
ynne, und gleichwohl verändert der Druck daö hot in V. 34 nicht
in hat.] Solche Willkür fnatürltch fällt der Vorwurf zusammen, so-
*) Von dem Umstande, daß cS Wcichbtldglosscn-Hdss. gibt, welche gegen die
gewöhnliche durch Zobel bekannte Form völlig selbstständig sind, und welche sich
daher mit Hdff. jener gewöhnlichen Form gar nicht „vergleichen" lassen, — scheinen
die Herrn Herausgeber keine Ahnung gehabi zu haben. Eine von diesen unver-
gleichlichen Formen ist inzwischen durch Homeyer'S Nichtstcig Landrechts zur all-
gemeinen Kenntniß gekommen.
Anmerk, des Ref. bet der Corrcctur.

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