Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

Wächter: Das Verlagsrecht.

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Correspondenzen, sondern auch beurth^leude Artikel von andern Zei-
tungen nachgedruckt werden dürfen, während bei grvßern Abhandlun-
gen, die für sich eine literarische Bedeutung haben, mehr und mehr
die Ansicht herrschend wird, daß bei ihnen der Nachdruck ausgeschlos-
sen sei. Man wird sich vergeblich bemühen, aus dem Begriff eines
literarischen Erzeugnisses eine feste Abgrenzung abzuleiten.
Bon besonderer Wichtigkeit ist die Beachtung des animus domini
bet der Frage, wer als Autor eines geistigen Erzeugnisses angesehen
werden soll. Der Berf. geht hier (§. 16) von dem Satz aus: Au-
tor ist, wer ein literarisches oder artistisches Erzeugniß in deffem we-
sentlichem Bestände und in derjenigen Gestalt, in welcher es in den
Verkehr einzutreten geeignet ist, als sein Werk bervorgebracht hat
(S. 183). Wenn bei der Produktion eines Werkes bloß Eine
Person thätig war, kann über die Frage der Autorschaft kein Zwei-
fel entstehen; aber es können bei dieser Produktion auch verschiedene
Personen zusammeuwtrken; cs kann Mitarbeiter geben. In diesem
Faste scheidet der Verf. nun erst die bloßen GehüIsen von den
Miturhebern aus. Als Gebülfen bezeichnet er (S. 184) Jeden,
welcher nicht ein eigenes Werk, sei es allein oder mit Andern, pro-
duciren, sondern nur einen Andern in der Produktion seines Werkes
unterstützen wist, also nur einen zur Hervorbrtngung des Ganzen
dienlichen, aber nick't daS Wesen des Ganzen bestimmenden und
bildenden Bestandtheil liefern wist und liefert. Eine solche Hülfelci-
stung bildet, wie der Verf. sehr richtig bemerkt, einen Gegensatz zur
Urheberschaft, ihre Negation; durch sie kann daher für den Gebülfen
ein ursprüngliches Verlagsrecht nicht begründet werden. Allein aus-
ser solchen Gebülfen können bei der Produktion eines literarischen
oder artistischen Werks auch noch weitere Personen tbätig sein, auf
die der Begriff der Gehülfenschaft keine Anwendung leidet, weil sie
nicht ein fremdes Werk unterstützen, sondern seine Entstehung selbst
veranlassen oder bewirken, bei denen eS aber sehr zweifelhaft sei, ob
sie in die Kategorie der Urheber oder Miturheber fallen, wie
namentlich die Besteller, die Unternehmer und die Heraus-
geber eines Werks. Von diesen bandelt der Verf. nun der Reibe
nach und untersucht die verschiedenen Beziehungen, in welchen die-
selben zu einem Werke stehen können. ES kömmt dabei nicht bloß
darauf an, ob die Theilnahme an der Produktion eines Werkes ein
Autorrecht begründet, sondern auch, ob eS ein ursprüngliches

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