Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

Wächter: Da« Verlagsrecht.

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recht, als ein Eigenthumsrecht zu betrachten sei, oder welchen recht-
lichen Charakter wir ihm sonst zuzuschreiben haben. Der Vers, geht
die verschiedenen Ansichten durch, nach welchen man ein Eigenthums-
recht der Autoren, also in Beziehung auf literarische Erzeugnisse, die
wir hier der Kürze wegen allein ins Auge fassen, ein eigentliches
Schrtftetgenthum annehmen zu müssen glaubte. Er sondert da
(S. 101) zuerst das Eigenthum an dem literarischen Originalerzeug-
niß (dem Manuskript) und an dem Druckexemplare einer Schrift als
hierher nicht gehörig von dem ab, was Objekt des Verlagsrechts ist,
und bemerkt dann (S. 102) weiter, von einem Eigenthum an der
geistigen Substanz des Werkes könne darum nicht die Rede sein,
weil sich der Gedanke der Möglichkeit einer äußern Herrschaft ent-
ziehe. Darin muß man ihm unzweifelhaft vollkommen beistimmen.
Wenn er aber sodann auch die Befugniß diesen Gedanken in gewis-
sen Formen zu vervielfältigen und in die Oeffentlichkeit zu bringen
für ungeeignet erklärt zum Substrat eines Etgenthumörechtes zu die-
nen , so scheint dieS nicht hinreichend begründet. Der Verf. stützt sich
dabei (S. 103) im Grunde nur darauf, daß damit der Begriff deS
Eigenthnms seiner Besonderheit und Eigenthümlichkeit entkleidet und
in den Begriff von Vermögensrecht überhaupt verflüchtigt werde.
Geht man freilich davon aus, das Eigenthum sei die unbeschränkte
Herrschaft einer Person über eine körperliche Sacke, so ist es sofort
klar, daß daö Autorrecht kein Eigenthum fein könne, denn ein kör-
perliches Objekt existirt dabei nicht. Aber der Verf. bemerkt (S. 100)
selbst, daß es sich hier nur um eine analoge Anwendung des Ei-
genthumöbegriffes auf geistige Erzeugnisse handle, und ob zu dieser
die entsprechenden Voraussetzungen fehlen ist dabcr allein die Frage.
Auf diese Untersuchung läßt sich aber unser Verf. eigentlich gar nicht
ein; für ihn scheint eö entscheidend, daß er nachweist, das Verlags-
recht habe die Natnr eines Gcwerberrchtes. Leider verschmäht er es
nur, uns darüber genauern Ausschluß zu geben, zu welcher Klasse
von Vermögensrechten er die Gewcrberechte rechnet. Er sagt (S. 1l3)
nur: „Das (Verlags-) Recht erscheint in seiner Natur und Ausbil-
dung als ein Gewerberecht und seine Stelle im System bestimmt
sich nach diesem Gesichtspunkt."
Auch Ref. findet in dem Autorrecht ein (ausschließliches) Ge-
werberccht; er hat diese Ansicht bereits im I. 1848 in seiner „Theo-
rie und Methodik deS bürgerlichen Rechts" (S. 164) durchzuführen

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