Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

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Wächter; Das Verlagsrecht.

artistischen Werkes begründete und bedingte. Recht verstehen, und stcher
ist es kein Grund für eine Ausdehnung der Bezeichnung auf das
ursprüngliche Autorrecht, wenn fich W. (S. 5 Anm.) darauf beruft,
daß daö Recht des Verlegers nur ein vom Autor abgeleitetes
sei, denn eben dadurch wird ja gerade die eigenthümliche Natur des
Verlagsrechts im Gegensätze vom Autorrecht bestimmt.
Der Verf. geht in seiner Geschichte des s. g. Verlagsrechtes da-
von aus, in dem Rechlsbcwußtsein liege das Postulat, baß der Ur-
heber eines geistigen Erzeugnisses als solcher in der Weise geachtet
werde, daß ihm die Früchte seiner Thätigkeit, die Nutzungen seines
Werkes, gegen Eingriffe dritter gesichert bleiben (S. 3). Dieser
Forderung entspreche unser positives Recht dadurch, daß eö dem Ur-
heber die ausschließliche Befugniß der Vervielfältigung und Veröffent-
lichung, und dadurch der vcrmvgensrechtlichcn Nutzung seines Werkes
zuspreche und ihn in derselben schütze. So lange die Bücher nur
durch Abschriften vervielfältigt wurden, habe für den Autor kein drin-
gender Grund Vorgelegen, eine ausschließliche Befugniß der Ver-
vielfältigung der Exemplare zu beanspruchen. Anders fei es seit der
Erfindung der Buchdruckerkunst geworden. Diese gewähre ein leich-
tes mechanisches Mittel der ausgedehntesten Vervielfältigung und da-
mit zugleich eine Ausbreitung des literarischen Verkehrs, wodurch die
gelstigen Erzeugnisse der Schriftsteller eine ganz neue Bedeutung er-
langt hätten; sie seien eine Quelle des pekuniären Gewinnes für den
Autor geworden, indem er den Druck und Absatz entweder aus eigne
Rechnung betreiben oder ein Honorar von dem Unternehmer der Ver-
vielfältigung, welchem er den Verlag überließ, beziehen konnte. Al-
lein bald hätten sich Schriftsteller und Verleger von Dritten bedroht
gesehen, welche die verkäuflichen Bücher wieder abdrucklen, und nicht
nur den Gewinn, der dem Autor oder seinem Rechtsnachfolger zu-
kommen sollte, an sich rissen, sondern auch den rechtmäßigen Verle-
ger dadurch in Schaden brachten, indem dessen Aufwand für Her-
stellung der Originalausgabe nicht gedeckt und sein Absatz durch die
Concurrenz des Nachdrucks geschmälert wurde.
Der Vers, zeigt nun, wie diese Unsittlichkeit bald zum Bewußt-
sein kam, die Theorie und Praxis sich aber vergebens bemühte, an
das bestehende positive Recht anknüpfend einen Schutz gegen den Nach-
druck zu gewähren, und wie man daher lange Zeit durch Privile-
gien zu Helsen suchte, die gegen den Nachdruck einzelner Werke ver-i

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