Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

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Letnz: Lehrbuch der Pandekten.

rstor in rem suam klagte, und verlor darüber den Sinn für Alles,
was darum und daran hing; was dort -Name, Form, Schein ist,
gab man für Wesen und innere Nothwendigkeit aus, und was dort
Wirklichkeit und Wahrheit für Unmöglichkeit." — Zum Schluß flüch-
tet der durch „juristische Construktion" und „klastischen Formensinn"
geangsttgte Verf. in das moderne Lager „durch Hunderte von Hän-
den wechselnden Staats Papiere", jene zur Mode werdende peti-
tio principii, welche das Wandern des Papiers, das erst civilistisch
zu konstruiren ist, ohne Weiteres für eine obligatorische Sing.-Succ.
erklärt, und übersieht, daß dem Papierverkehr am allerwenigsten mit
der Session gedient ist. — Am Ende sehen wir, daß der Verf.
mit großer Virtuosität „Forderung" und „Klagrecht", obligatio und
actio, Singularsucceffton und derivative Erwerbsart untereinandcr-
schüttelt, die obligatio mit dem Maßstab des Sachenrechtes mißt, und
um dem modernen Recht eine scheinbare Vereinfachung zu gewinnen,
in daö R. R. den scheinbaren „Zwiespalt von Form und Sache,
Schein und Wahrheit" hineinträgt: ein Resultat fürwahr, welche-
zur Erwägung führen mußte, ob denn nicht jenes vertrakte antike
Recht mittels eines kühnen Griffs ganz über Bord zu werfen sei.
Natürlich sagt und will daö Brinz nicht. —
Vielleicht ist es ein ähnlicher Gegensatz von Form und Sache,
wie der nach Obigem bei der röm. Session vom Verf. angenommen,
wenn derselbe in der Korrealität (8- 143. S. 617) ein materiel-
les und formelles Recht unterscheidet. Ueber des Verf. ganze Auf-
fassung der Korrealität habe ich mich schon ftüher hinreichend aus-
gesprochen (in meiner Schrift über die Oblig. und Sing.-Succ.,
§. 32); ich finde nicht, daß vom Verf. meine Einwände beseitigt
worden seien, und namentlich kehrt das wieder, was ich einfach als
eine Verdrehung des Thatbestandes bezeichnen muß: die Idee, daß
die Korrealität auf „Vertretung" beruhe, und daß demnach die am
Verhältniß wahrnehmbare Künstlichkeit nicht in dem sympathischen
Connex der mehrere Obligationen, sondern in der Mehrheit der Schuld-
ner, wo nur Eine Schuld und Ein Schuldner erwartet werde, zu
suchen sei. Die einseitige Betonung der Legalstellen, wo von una
eademque obligatio die Rede ist, findet sich gleichfalls hier wieder,

inwiefern der Eessivnar Gläubiger genannt werben könne, ist seit btt Glesse be-
stritten gewesen.

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