Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

Brtnz: Lehrbuch der Pandekten.

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dem Verf., daß ich bei einer ins Einzelne eindringenden R^ension
ein ganzes Buch schreiben müßte, um mich genügend mit ihm ausein-
anderzusetzen. DieS geht nicht, und daher will ich mich mit Hervor-
hebung einiger wenigen Hauptpunkte begnügen, nachdem ich durch
die verhältnißmäßig ausführliche Besprechung des Sachenrechtes mein
besonderes Interesse an des Vers, anregender Arbeit bekundet habe.
Die systematische Physiognomie des Oblig.-R. ist nicht sehr ausge-
prägt: unter sieben Rubriken wird vom Begriff, von den ein-
zelnen Forderungen (A. Geschästsforderungen, a. aus gewissen
Contracten: «) Realcontractssorderungen, ß) Vertragsschulden, b. Aus
ungewissen Contracten: «) Realcontractssorderungen, ß) Vertrags-
forderungen. B. DelictSfordcrungen) vom Inhalt der Forderung
(in der Person des Gläubigers — des Schuldners) von der Theil-
barkeit und Ungetheiltheit, von der Vertretung (Corea-
lität, Jnterceffion), den Cautionen und von der Aufhebung
gehandelt. — Der Verf. hat mancher der aus dieser Masse auftau-
chenden Fragen neue Seiten abzugewinnen vermocht; wir beschränken
unS darauf, folgende in Erwägung zu ziehen.
§.29. Begriff der Forderung (Obligation). „Den
Begriff der Forderungen getrauen wir uns durch die ganze Dar-
stellung des Obl.-R. nicht zu erschöpfen": so beginnt (S. 361) der
Vers. Wir sehen daraus, wie ernst er es nimmt; soll mit jener Wendung
daS irrationale Wesen aller juristischen Grundbildungen bezeichnet sein
oder etwas der Oblig. Spezifisches ? Das möchten wir noch wissen. Der
Verf. setzt hinzu: „Um einen Begriff von den Forderungen zu bekommen,
müssen wir davon ausgehen, daß auch sie Vermögen sind." Mit diesen
Worten sind wir sofort an der Stelle angelangt, wo die Grund»
differenz zwischen des Verf. und meiner Bestimmung des Oblig.-
BegriffeS liegt. Gewiß, die Forderungen gehören zu den Vermögensver-
hältniffen, aber eben weil dies der Fall, finden wir unS von vorn her-
ein auf ein Moment als Obligationskriterium htngewiesen, welches
Brinz dann eigentlich von der Hand weist. Was Vermögen ist,
ist eS nur dadurch, daß es uns eine Macht, eine Gewalt gewährt,
welche das Gebiet unsres Willens über den Naturumfang der In-
dividualität hinauscrweitert; solche Macht ist undenkbar, ohne be-
stimmtes Objekt, die Summe der unterworfenen Objekte bildet eben
das Rechtsgebiet der Person, und dieses Gebiet ist die Unter-
lage (der Naturgrund) der civilistischen Sphäre de? Persönlichkeit.
Krit. Zeitschrift für gesammte Recht-w. V. B». 27

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