Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

Kraushold: zur Lehre vom Eid re.

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hauptung aus, die Auffassung als Beweismittel finde sich alSdann
nicht nur in allen rein processnalischen Schriften, sondern auch in der
Glosse und allgemein in den Commentaren kanonischen und civilisti-
schen Inhalts; Vers, wolle dies an einigen der Hauptstellen Nach-
weisen. Res. ist nun zwar durchaus nicht der gleichen Anficht, welche
der Vers. p. 56 dahin ausspricht, daß wiederholte Darstellungen ent-
gegengesetzter Anfichten nur selten verschieden geartete Anknüpfungs-
punkte zu weitern Eonseguenzen bieten würden, daher ohne Nutzen
seien. Eine umfänglichere Berücksichtigung der einschlagenden Litera-
tur, ja schon eine sorgsamere Prüfung der berücksichtigten würde den
Vers, zweifelsohne in heftige Collisionen mit seinem Vorurtheil ge-
bracht und ihm gezeigt haben, daß die Richtung dieser Zeit vielmehr
aus ein möglichst sorgsames Beachten des geschwornen Eides ging,
anstatt daß „nunmehr aller Orten, wo ein entfernter Anlaß für die
Darstellung der Differenz des iusiurandum von der ros iudicata ge-
geben war, sofort auf jenes recurrirt wurde, um zu zeigen, daß der
Eid einem regelmäßigen Beweismittel weichen müsse." Der Vers,
wird zngeben, daß die von ihm anfgesührten Stellen allerdings mit
einer solchen Auffassung möglicher Weise harmoniren können; daß sie
im Stande seien dieselbe zu beweisen, wird er nicht prätendiren. Res.
will auf einige Zeit eingehen, damit sein Vorwurf nicht ungerecht
erscheint. Die p. 59 n. 11 citirte Stelle des Hostlensis bezieht sich
auf einen außergerichtlichen Eid, daö geht daraus hervor, daß keine
actio in factum ex iureiiirando int Sinne des Vers, als Erecutions-
klage gegeben wird, sondern eine actio utilis ex empto resp. ex ven-
dito. Das zeigt schon Durandis IV. 2 de iuriur. §. 1. Derselbe
zählt nun freilich, wie auch der Vers. p. 60 n. 13 ettirt, den Eid
unter den probationes auf II. 2 de probat. §. 3, indeß andre Stel-
len zeigen zur Genüge, daß dies eben nur eine Elassifieation ist,
welche ohne Einfluß auf die Lehre des Instituts bleibt; z. B. II. 1
de except. no. 36: intellige consensu, puta per iusiurandum a
parte parti delatam, quod non est minoris autoritatis quam res
iudicata. In gleicher Weise stellt Lanfrane in seinem Commentar
zur l. 31 ganz die Theorie des Römischen Rechts dar. Uebrigens
scheint es auch, als ob der Vers, es nicht ernst damit gemeint hätte,
wenn er p. 55 der Glosse und den Commentatoren den Vorwurf
macht, daß sie jene Ausnahmen des neuromischen Prozesses mißver-
ständlich zur Regel erhoben und den Eid zum Beweismittel gemacht

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