Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 5 (1859))

336

Kraushold: zur Lehre vom Eid re.

der causa adiecta und non adiecta hineinspielt bei der Frage nach
der Wirkung des EideS, 1. 28; daß Dritte gar nicht direct Bethei-
ligte schwören I. I. §. 2 D. quar. rer. a. n. d. 44. 5; daß endlich
Schwur gegen Schwur I. 28. §.10 und Eid über Eid gesetzt i. 29;
provisorisch geschworen wird I. 12 6. ht ? Wenn der Referent das
Thema bildet und nur von seinem Thema absoluter Gebrauch gemacht
werden kann, wo bleibt da die Garantie, welche die heilige Beziehung
zu dem, wobei geschworen wird, gewähren soll? Augenscheinlich ist
da nur von unbeschränkter Willkür zu sprechen. Nicht als ob die
Römer nicht ursprünglich die Feierlichkeit der gegebenen Versicherung
als das Entscheidende angesehen hätten; nur sehen sie eben so wohl
ein, daß juridisch die Sache anders liege, und sie sonderten daher
für die juristische Wirkung auch eine juristische, außerhalb der Sub-
jektivität liegende Ursache; rin Rechtsgeschäft mußte dem Eide Gel-
tung verschaffen auf dem Gebiet deö Rechts, dem er sonst fern ge-
blieben wäre. Mit andern Worten, der Eid erscheint als die Be-
dingung, unter welcher die Parteien sich vergleichen wollen über die
zweifelhaften Rechtsverhältnisse. Juristisch steckt die Wirkung im
Vergleich !. 2 st. und die Wirkung dieses Vergleiches muß nothwen-
dig verschieden sein je nach den verschiedenen Verhältnissen, unter
denen der Eid geleistet wird. — Ein außergerichtlicher läßt daher
nur ein einfaches paetum ins Leben treten §. 4 J. de exerc. ohne
He civilis obligatio zu vernichten; während der vor dem Prätor ge-
schworene Eid oder die Verweigerung eines solchen kraft singulärer
durch die Würde des PrätorS gebotner Vorschrift mit der Fiction
völliger confessio bekleidet ist, oder einen vor dem Prätor selbst ge-
schlossenen, mithin liquiden Vertrag ins Leben ruft. l. 38 bt. sagt
ausdrücklich: manifestae turpitudinis et confessionis est etc.
wie sich danach die von Keller Rom. Eivilproz. §. 64 aufgestellte
vom Vers, adoptirte Behauptung einer nothwendigen actio in factum
galten läßt, ist nicht abzusehen. Nach Einsicht des Res. muß die
Wirkung dieser Fiction gleich der der confes-io und eine besonder
actio in factum ex iureiurando ebenso undenkbar sein wie eine solche
ex confessione. Beide Ansprüche sind, falls sie certa pecunia nm-
fiiffcn, sofortiger Erecution fähig, beide ermächtigen im andern Falle
noch eine Art Liquidationsinstanz, ein iudicium aestimatorium. Die
für Keller's Ansicht citirten Stellen beziehen nach des Ref. Auffassung
sich einzig auf iusiur. extraiud. Der Vers, umgeht eine präcise Erör-

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer