Volltext: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 5 (1859))

Kraushold: zur Lehre vom Eid re.

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nah« liege, als wolle er sophistische Künste üben. Es ist nämlich in
die reine hochsittliche Anffassung der klassischen Zeit später die un-
richtige hincingcdrungen, nach welcher der Eid nur ein Beweismittel
genannt zu werden verdiene; p. 42 aber die Wirkung sei dadurch
nicht modisicirt p. 35, diese sei zur Zeit des getrennten Verfahren-
wie nachher stets die gewesen, daß der Eid unumstößliche Gewißheit
schaffe. Nücksichtlich dieser Wirkung schließt sich der Vers, der von
Keller ausgestellten Auffassung an, nach welcher der Eid durch eine
in factum actio ex iureiur. und denselben entsprechende exceptio
geschützt ist und der bekannte Ausdruck der I. 2. I). iit. maioremgus
badet auctoritatem guam re» iudicata, nur die Aufhebung der na-
turalis obligatio und eine Beschränkung der Restitution für Minder-
jährige bezeichne, p. 13. n. 7.
Nach der Ansicht des Nef. ist durch die allgemeinen Räsonne-
mcntS der Schriftsteller wenig genützt; sie können für die juristische
Combination eine höchst secundare Bedeutung nur da beanspruchen,
wo andre Hülfömittcl fehlen. Dazu kommt im vorliegenden Falle,
daß die Frage nach der Heiligkeit, nach dem Halten des Eides eine
hier ganz abliegende ist; sie tritt hervor vorzüglich beim promissori-
schen Eide, woratlf sich auch das vom Vers. p. 0 adgedruckte Eitat
bezieht, und daß der promissorische Eid einen völlig andern Ebarak-
ter habe als der assertorische, bedarf keiner Erwähnung. Selbst im
Röm. Recht erfuhr der Bruch eines promissorischen Eides eine ab-
weichende Behandlung: l. 31 6. de testib. 4. 20. 1. 17 C. de dign.
12. 1. l. 41 C. de transaet. 2. 4. — Für die Auffassung der Rö-
mischen Juristen kann mithin jene Aueikenuung kein Präjudiz ab-
geben, dieselbe ist aus den Gesetzen zu entnehmen. — Der Vers, ge-
steht nun zu, daß die Veranlassung des Eides eine dreifache sein
konnte, je nachdem der entsprechende Antrag außergerichtlich oder nach
crhobnem Streite vom Gegner geschah, oder drittens der R'.chtcr einen
Eid forderte; für alle 3 Eide pratcndirt der Vers, die gleiche Wir-
kung auf Grund der demselben innewohnenden Heiligkeit. Allein wie
will der Vers, cs mit dieser angeblichen Heiligkeit in Einklang brin-
gen, daß der Referent den Eid formulirt, ihn beliebig auf Recht-
sätze oder Thatsachcn richtet, mögen diese den fraglichen Streit be-
rühren oder nicht? l. 5. pr. 1.39. bt. und ferner: daß Nichtigkeit
vorliegt bei der geringsten Inkongruenz des beschworncn Satzes und
des in der Delation proponirten, 1. 33. dt.; daß weiter die Lehre

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