Volltext: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 5 (1859))

33. Kraushold, Zur Lehre vom Eid als Beweismittel im Civilprozeß

ArauShold: zur Lehre vom Eid re.

333

Di». Kraushold, zur Lehre vom Eid als Beweismittel im Ctvtlprozeß. Mün«
chen, Kaiser 1857.
Der Vers, giebt auf 153 Seiten eine Ausführung der von ihm
aufgestellten Behauptung, daß der Eid, der die Partei im Civtlpro-
zeß leiste, kein Beweismittel sei, sondern ein Wahrspruch, durch den
die Partei den Rechtsstreit selbst schlichte. Ob der Gegner den
Schwörenden zur Entscheidung berufen habe oder der Richter, daS
könne bei der Natur des Eides nicht eine veränderte Wirkung Her-
vorbringen, in beiden Fällen müsse der Eid gleich unantastbar sein;
ja eS zeige bei richtiger Würdigung der Quellen sich sofort, daß auch
in ihnen der geleistete Eid stets die gleiche Wirkung habe; die Hei-
ligkeit des Eides sei in gleicher Weise erkannt, und die einzige durch
das Chrtstenthum htneingetrageue Veränderung bestehe darin, daß
nunmehr die Beziehung des Eides auf den Einen lebendigen Gott
eintrete. p. 8. Am Schluß p. 148 erklärt der Vers., es sei ihm nur
darauf angekommen, dem Eide seine richtige Stellung im System zu
verschaffen; er gebe zu, daß praktische von den bisherigen abweichende
Resultate nickt durch seine Untersuchung erzeugt würden. Dies bat
ihm im Magazin für Rechts- und Staatswissenschaft von Haimcrl
u. s. w. 1857. XV b. den Ausspruch erworben: seine Sckrift habe
für die Theorie keine besondre Bedeutung, noch weniger für die Praxis.
Inwiefern diese Kritik gerechtfertigt und ob der Berf. nöthig hatte
ste selbst hcrvorzurufen, das wird sich später ergeben.
Ref. muß vor Allem bemerken, daß er mit den vom Vers, ge-
wonnenen Resultaten völlig übereinstimmt, und besten ihm leider erst
sehr spät zu Gesicht gekommenes Buch mit um so größrer Spannung
ergriff, als er selbst einige Zeit vorher öffentlich versuchte, die vom
Verf. aufgestellte Theorie zu begründen. In Bezug auf den Gang
der Untersuchung jedoch weicht Ref. völlig von der in vorliegender
Schrift adoptirten Methode ab und ist auch bei abermaliger Prüfung
nur auf's Neue zu dem Urthcil gekommen, daß eine historische Be-
gründung auf diesem Gebiete unmöglich ist, vielmehr jede historische
Forschung nur dahin führen kann, die Unhaltbarkett der heutigen
Doctrin darzulegen. Allerdings könnten wir vielleicht zu einer ge-
sunden Ansicht vom Eide gelangen, wenn die vom Verf. vorgcnom-
mene Operation zu der Ueberzeugung führte, daß bereits in den
Quellen eine solche vorhanden, dieselbe nur durch Mißverständnisse

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