Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

290 Passy: Des origines de la cornmunautö de biens entre epoux.
wie es anerkanntermaßen die persönlichen Beziehnngen der Eheleute
fortwährend noch normirt, auch immer noch die eigentliche Basis ihrer
vermögensrechtlichen Verhältnisie. Durch das Mundium wird das
beiderseitige Vermögen der Ehegatten in der Hand des Mannes zur
Einheit verbunden, und seiner unbeschrankten Disposition unterworfen.
Aus dem Mundium allein läßt sich das eigenthümliche Recht ablei-
ten, welches der Oode in gleicher Weise wie die leges barbarorum
dem Manne einräumt, das s. g. Gemeinschaftsvermögen nicht bloß
zu nutzen und zu verwalten, sondern auch frei darüber zu verfügen,
ohne ihm jedoch zugleich das unbeschränkte Eigeuthum daran zu über-
tragen. Dieses exorbitante Recht ist durchaus unverträglich mit des
Vcrf. Associationstheorie und läßt sich am allerwenigsten aus einem
stillschweigend von der Frau als Gesellschafterin ertheilten Auftrag
deducircn.
Aus diesem Grunde schon muß der ganze Versuch für die Gü-
tergemeinschaft des Bürgerstandes einen von der des Adels unabhän-
gigen, aus der Affociationsidee herrorgegangenen Ursprung nachzu-
weiscn, ein verfehlter genannt werden. Zudem gebricht es der An-
nahme einer doppelten neben einander bestandenen, mehr in ihrem
Princip als in ihrer äußeren Erscheinung verschiedenen Gütergemein-
schaft mit selbständigem Entstehungsgrund an innerer Wahrscheinlich-
keit sowohl, als an historischer Begründung. Die Hauptstelle, auf
die sich der Vers, beruft, ist Beaumanoir XXI, 2 : Cascun set que
compagnie se fait par mariage, car si tost comme mariage
est fes, le bien de l’nn et de l’autre sont commtin par le vertu du
mariage. In dieser Compagnie erblickt der Vcrf. einen durch bloße Ein-
gehung der Ehe stillschweigend abgeschlossenen G e seil sch aftöv er-
trag, wodurch die Eheleute ihr beiderseitiges Vermögen freiwillig
in eine gemeinsame Masse dergestalt zusammenwcrfen, daß jedem
Theile daran die Rechte eines Gesellschafters zustehen sollen. Allein
abgesehen davon, daß jene Stelle von der Compagnie keineswegs als
von einem besonderen Rechtsinstitut Erwähnung thut, sondern sie als
eine natürliche Folge der Ehe bezeichnet, rechtfertigt sic noch weniger
die Annahme, daß sie eine Eigenthümlichkcit der bürgerlichen
Ehe gewesen sei; ja der Vcrf. gibt selbst zu, daß seine Compagnie
schon zu Beaumauoir'ö Zeiten unter Adligen vorgckommen sei.
Dagegen bestand zwischen dem Adel- und dem Bürgerstand in Anseh-

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