Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

Van Dame: La maln-morte et la charilö.

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senes Legat von Besitzungen, deren Eigenthum von dem Stiftungs-
rathe der Stadt Haffclt angesprochen wurde, (p. 69—70). Auch der
Bischof von Tournay wurde 1839 von demselben Minister autorisirt,
eine Summe Geldes dieser Art von Seite eines unbekannt bleiben
wollenden SchenkerS anznnehmen. (p. 70 — 72). Wenn nun auch
diesen Stiftungen die löblichsten Absichten zu Grunde lagen, so ist
es doch offenbar verdächtig, daß man, um sie zu effektuiren, nicht
den so leichten gesetzlichen Weg etnschlug; allein man wollte sie durch
Bestellung eigener Verwalter der Staatscontrolle entziehen, und den
durch dieselben zu begünstigenden Personen eine größere Unabhänig-
keit sichern.
In einem andern Abschnitt (V. p. 73 —100) theilt der Verf.
noch ein anderes in Belgien übliches Verfahren mit auf ungesetzlichem
Wege Stipendien zu errichten. Nach dem geltenden Rechte bedarf
eine solche Errichtung der Genehmigung durch ein Gesetz; man
brachte eö aber dahin, solchen Stiftungen vermittelst königlicher Spe-
cialverordnungen die rechtliche Existenz zu verschaffen. König Wil-
helm hatte die noch erhaltenen Stipendien der alten Universität Loe-
weu den Studirenden der drei Staatsuniversitäten zugewiesen *).
Auch hatte er durch ein ArrCte vom 29. Febr. 1829 bestimmt,
daß neue Stipendien mit seiner Genehmigung gestiftet werden könn-
ten — eine Verfügung, welche die belgischen Gerichte für illegal und
nichtig erklärt haben bei Gelegenheit eines Rechtsstreites gegen ein
auf diese Weise errichtetes Stipendium.
Der Prozeß, fast gleich dem berühmten Stadel'schen in Frank-
furt, wurde von den Erben gewonnen. Die belgische Regierung ge-
nehmigte dem ungeachtet eine große Zahl Stipendien-Stiftungen die-
ser Art, namentlich auch bei der von den Bischöfen 1834 gestifteten
s. g. katholischen Universität Loewen — die bis jetzt eine bloße Pri-
vatanstalt — ohne juristische Persönlichkeit ist. Man versäumte aber
nicht in manchen dieser Sttftungsbriefen ausdrücklich zu sagen: daß
diese Universität die Fortsetzung der alten von den Franzosen aufge-
hobenen sei (die neue niederländische von 1817 hörte 1835 auf), was
noch die wettere Folge hatte, daß, ohne daß die Regierung dagegen
ctnschrttt, eine bedeutende Zahl der alten Stipendien, deren Genuß

*) Jedoch, was der Verf. nicht sagt, waren die Theologischen den Zöglingen
der Semtnaricn zugesichert.

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