Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

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Van Dama: La Main-morte et la charitö.

Die zweite Frage betreffend zeigt er, daß wenn ein Uebergang des
Gesellschaftstheils an die Genossenschaft, es sei in Folge einer bcsou-
dern Schenkung oder eines Vermächtnisses von Setten des Verstor-
benen, statt finde, entweder die Mutationsgebühren oder der Erb-
schaftsaccis entrichtet werden müßte. Den letzteren hatte sogar der
der clericalen Partei angchörende Minister Mercier cintreiben lassen.
Die Freunde der Kirche fanden aber noch andere Mittel, um einer
durch bloße Privatwillkür ins Leben tretenden Ordens-Institution auf
eine bleibende Weise Vermögen zuzuwenden. Man rieth ihnen, dem
Erzbischof, einem Bischof, einem Pfarrer oder dem „Inhaber" ande-
rer kirchlichen Aemter (als solchen) oder den wirklich als juristische
Personen rechtlich geltenden Seminarien und Kirchenfabriken die sä
pias causas bestimmten Vermögenscomplere durch Schenkungen oder
Vermächtnisse sub modo zu htnterlassen und diese die Liberalität an-
nehmenden Personen zu verpflichten, die beabsichtigte Anstalt zu grün-
den, besondere Verwalter für dieselbe einzusetzen und es ihr möglich
zu machen, aus den Einkünften der Vermächtnisse sich für immer zu
erhalten. — Der Verf. widmet der Geschichte dieser Bestrebungen ein
ganzes Capitel (N. IV, S. 61—73).
Wenn die Regierung die auf diese Weise fideicommiffarisch hono-
rirten (wie die der clericalen Partei angehörenden Minister, z. B. de
Theux und Baron d'Annethan zu thun pflegten) die scheinbar honorir-
ten autortsirten die Liberalität sub modo anzunehmen, so war der
Zweck der Stifter erreicht. Der Verf. theilt uns S. 62 — 64 mit,
wie auf diesem Wege vermittelst eines solchen Vermächtnisses an das
Seminar zu Mecheln eine Congregatton der Redemptoristen an der
Magdalenen-Capelle zu Brüssel etngeführt wurde, wie dem Erzbischof
und seinem Nachfolger ein Legat hinterlassen wurde, mit der Ver-
pflichtung, an der St. Anna-Capelle in derselben Stadt eine bleibende
Pfründe zu constttutren, und wie er ungeachtet des Protestes des
Stadtraths von Brüssel ermächtigt wurde, das Vermächtniß anzuneh-
men, jedoch mit der Modifikation, die Verwaltung des Pfründver-
mögens statt einer besondern Commission der Kirchenfabrik zu über-
tragen (S. 63—64). Ebenso ermächtigte der Minister de Thcur im
April 1838 daS Bisthum Lüttich (l’dvechd) ein unter der Auflage
der Errichtung einer Schule oder Wohlthätigkeitsanstalt in Maesyck
hinterlaffenes Vermächtniß anzunehmen, desgleichen 1840 ein unter
ähnlichen Bedingungen demselben von einer alten Beguine hinterlas-

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