Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

24. Rückert, Der Leibrentenvertrag

Rückertr Drr Letbrentenvertrag.

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Ich habe jene drei Encyclopädieen nur nach ihrem Plane an-
gesehen und deßhalb auf sie mich beschränkt, weil sie in der organi-
schen Darstellung ihre Legitimation sich ausstellen. Ich glaubte nicht
schreiben zu dürfen, ohne wenigstens meinen eigenen Plan anzu-
deuten, wie wenig Glauben er in dieser Gestalt auch finden wird.
Aber dem, der selber encyclopädisch arbeitet, auch ohne daß er dar-
über schreibt, wird vielleicht mein Plan doch Gegenstand der Prüfung
werden. Insofern als ich auf manche Punkte näher eingegangen
bin, welche in der in dieser Zeitschrift befindlichen Recension von
Loher über Warnkön ig II, 6. Heft und in der unparteiisch ge-
haltenen Recension Warnkönig's über Walter und Ahrens
in Schletters Jahrb. 3. Bd. 3. Heft nicht beachtet waren, mag dieser
Aufsatz sich rechtfertigen. Ich hatte es heute nur auf die Anlage
abgesehen; ein späterer Artikel soll Einzelnheiten berühren.
Leipzig. 1'rok. Or. Dietzel.

Der Leibrentenvertrag. Eine civilistische Abhandlung von Or. Ludwig
Rückert. Erlangen. Andreas Teichert. 1657.
Seit den frühesten Zeiten des Mittelalters entstanden Verträge,
welche die Altersversorgung des einen Contrahenten bezweckten. Für
dergleichen Rechtsgeschäfte waren die mittelalterlichen Ausdrücke vuckri-
ßamontuw, viagium üblich. Dieselben waren so heterogener Natur,
daß eine Classification derselben unmöglich ist. Die Hofhörigkeit
erzeugte bei der Gutsübcrlafsung das Nebengedinge der Leibzucht,
eines in allen deutschen Gauen üblichen Instituts, welchem später
eine ganz besondere juristische Ausbildung zu Thcil ward. Die übri-
gen Gedinge auf Altersversorgung blieben hinter der Leibzucht zurück,
indem die Richter bei deren Eingehung nicht mitzuwirken, und auch
nur selten über deren Bestand zu erkennen hatten.
Schon vor der Reception des römischen Rechtes lassen sich drei
Arten dieser Verträge unterscheiden, der Pfründnervertrag, der Leib-
rentenvcrtrag, Vitalizienvertrag. Sie sind nur Gradationen des s. g.
Leibgedingcs im weiteren Sinne des Wortes, und unterscheiden sich
durch die Art und den Umfang der Vorleistung des Käufers, wonach
dann a»lch die jährlichen Gegenleistungen des Verkäufers sehr ver-
schieden abgemessen wurden. Die uns darüber aufbehaltenen Ur-
kunden sprechen sich deutlich darüber aus, daß der erste Anstoß zu

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