Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

16

Recuetl de lAeadduue de Ldgialation de Toulouse.

Indifferenz in Frankreich weder zuzulaffen sei, noch ohne Gefahr zu-
gelaffen werden solle. Die Betrachtungen des Verfassers smd auch
auf unsere deutschen Staaten anwendbar.
Die Bd. IV. p. 312—322 abgedruckte Abhandlung des Re-
ferenten über den gegenwärtigen Zustand des Studiums der Rechts-
philosophie in Deutschland hat nicht blos zum Zweck die trotz den
Mittheilungcn von Lerminier, Ahrens und Belime noch im-
mer mit demselben mibekannten Franzosen in die Geschichte der deut-
schen Rechtsphilosophie einznfübren, sondern insbesondere auch den
zur Wiedererweckung dieser Studien in Frankreich milzuwirken. Näher
wird eingegangen auf die Theorien Hrgcl's, Stahl's und
Krause's, Ahrens und die eigene des Referenten, wie er sie in
seinem neusten den Franzosen leicht zugänglichen Lehrbuche: Philoso-
phia« juris delineatio, Tiibinsac 1855 nicdergelrgt hat.
Das p. 333- 394 enthaltene Expos«? d<*s regles du droit civil
resultant de la loi du 23 Mars 1855 sur la transcription hypo-
thdcaire von Bressolles ist die erste dogmatisch eregelische Dar-
stellung des neuen französischen Hypothekensystems, ausgeführt in
108 Paragraphen nach der bei den Franzosen Eommentatoren übli-
chen Behandlungsweise.
Die von Kodiere Bd. V. p. 123 vorgeschlagcneu in dem
jetzt bestehenden System der Jntestaterbfolgc in Frankreich vorzu-
nehmenden Aenderungen gehen dahin, daß er 1) die der Geschwi-
ster eines Erblaffers ausgeschloffen wissen will, wenn die Eltern
desselben noch am Leben sind (da sie ja auch keine Alimente von
ihm anzusprechen hätten; 2) daß er, wenn der Verstorbene nur As-
cendenten des 2tcn oder 3h»» Grades hintcrläßt, die erster« die leytcn
immer ausschließen sollten, auch wenn sie einer andern Linie angehvren;
3) was die Erbfolge entfcrntern Seitenvcrwandten betrifft, so erklärt
sich der Verfasser gegen den Grundsatz der Thcilung der Erbschaft
nach Linien und die Erbfähigkeit von Verwandten des 9ten, lOten,
Ilten und 12ten Grades; 4) die in der Verlassenschaft bestehende
Erbportion des anerkannten natürlichen Kindes findet der Verfasser
nicht ausreichend und unbillig, daß entferntere Asccndenten als
Vater und Mutter, wenn es ohne Descendente» stirbt, nicht succedi-
ren können; 5) er findet es ungerecht, daß alle Verwandten, selbst das
anerkannte natürliche Kind eines Erblassers, dem ihn überlebenden an-
dern Ehegatten vorgezogen werden. Er beansprucht für ihn, im Fall er

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer