Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

21. v. Bölderndorff, Die Form der Rechtsgeschäfte nach allgemeinen Grundsätzen u. dem postiv. Rechten

192

v. Völderndorsf: Dir Form der Rechtsgeschäfte k.

Streben nach Wahrheit und Gerechtigkeit beseelt gewesen ist, daher
wird es auch ohne Zweifel die sehr beachtenswerthe Schrift des Hrn.
Faltin beachten.
Dsenbrüggen.

Die Form der Rechtsgeschäfte nach allgemeinen Grundsätzen und
den positiven Rechten. Von Dr. v. Böldcrndorff, k. bayer. Mi^
ntstertalsckretär. Nördltngcn. -r. H. Beck'sche Buch-. 1857. G. 1f>2. 8.
Es ist eine häufig wiederkehrendc Bemerkung, daß in den deut-
schen Staaten die Bertragsformen von Seite der Gesetzgebung größere
Begünstigung verdienen. Bei Gelegenheit meiner Anzeige des zwei-
ten Bandes von Bluntschli's Peivatrecht habe ich in dieser Zeit
schrift auch auf die Wichtigkeit der Bertragsformen als Voraussetzung
für die leichtere Nebertragung von Forderungsrechten aufmerksam ge-
macht. Es war mir erfreulich, einer Monographie zu begegnen,
worin die Vertragsformen in so selbständiger und umsichtiger Weise
behandelt sind, wie in vorliegender. Ich halte es umsomehr geboten,
daraus aufmerksam zu machen, weil der Verfasser besonders die so
wenig gekannten bayr. Partikularrechte ins Auge gefaßt hat. Da-
durch hat die Darstellung an Bestimmtheit gewonnen, ohne an all-
gemeinem Werth zu verlieren, da in einzelnen Theilen des Königreichs
Bayern auch die großen Gesetzbücher, das preuß., franz. und östreich.,
Geltung haben.
Schrtftchen zerfällt in 2 nicht äußerlich geschiedene Tbeile.
Im ersten behandelt der Verfasser die Bedeutung der Form bei den
Rechtsgeschäften überhaupt und versucht insbesondere die Notbwendig-
kett einer bestimmten und feierlichen Form der Willenserklärung nach-
zuweisen. Es wird hier eine geistreiche Zusammenfassung der ge-
wöhnlichen Doktrin gegeben und besonders betont, daß der Moment
der Perfektion der Willensbestimmung in den der vollzogenen Willens-
erklärung fällt. Jedem die Willenserklärung als Form des Rechts-
geschäfts von der Willensbestimmung als dessen Inhalt unterschieden
wird, wird gezeigt, da jedes Rechtsgeschäft eine Willenserklärung,
also eine Form voraussetzt, daß der Ausdruck „formlose" Rechtsge-
schäfte ungenau ist. Die vom Verfasser ausgestellte Terminologie
empfiehlt sich aber keineswegs durch Verständlichkeit und Einfachheit,
und die Darstellung verwischt nicht nur vollends die Grenzen zwischen

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer