Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

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v. Helmolt: Die Correalvbllgattvnen.

zufügung gewußt haben. Die scientia dominorum hat gar keine Schwie-
rigkeit in der Beurthetlung. Die Herren haften, wenn es mehrere
sind, jeder io solidum proprio nomine, wie alle Deliktsgenoffen,
und haften jedem der mehreren etwa Beschädigten für den ihm spc-
ciell zugefügten Schaden. Dagegen in den Fällen der ignorantia
kommt der Vers., von 2 Grundirrthümern ausgehend, zu den aller-
seltsamsten Resultaten. Einmal hält er den dominus insciens, weil
er alieno nomine verpflichtet wird, für den Neben-, dm servus de-
linquens für den Hauptschuldner; sodann sieht er die dem unschul-
digen Herren verwilligte noxae deditio als ein obligatorisches Bcr-
hältniß zu den Damnificaten an. Sonach könne man für die beiden
ersten der oben aufgeführten Fälle nicht principiell sagen, daß der
eine oder die mehreren domini Solidarnebcnschuldner seien, da es
auf den zufälligen Umstand ankomme, ob der Sklave soviel wcrth
sei als das Interesse des Schadens betrage. Soweit aber von der
noxae deditio Gebrauch gemacht würde, seien die mehreren liomilii
in Bezug auf das untheilbare corpus des Sklavens jedenfalls Soli-
darnebenschulduer. Für den Fall der mehreren Domnifikaten kommt
der Verf. zu dem Ergebniß, daß er hier quoad noxas deditionem
eine bisher nicht anerkannte active Solidarhauptobligation annimmt,
bei der die consumirende Wirkung der lit. cont. nicht ctntritt, die
also nach der bisherigen Lehre nicht zugleich C.-O. ist. Denn nach
I. 14 pr. D. d. N0X. act. kann sich jeder der Beschädigten den gan-
zen Sklaven noxao dsdiren laffen, ohne daß mit der lit. cont. des
einen noxale judicium das andere ausgeschlossen würde.
Erstens aber ist es eine vollständig unnütze und unpraktische
Klügelei, den Sklaven als Haupt-, den dominus als Nebenschuld-
ner zu betrachten. Die Römer sagen es mit direkten Worten: »cc
servus quicquam debere potest; weil aber der Sklave nicht Schuld-
ner sein kann, der Verletzte jedoch darum nicht klaglos sein soll, so
geht die Verpflichtung auf den dominus über und zwar als einzigen
und darum Hauptschuldner. Wie aber aus den Grundsätzen der
Römer: noxa caput sequitur und: servus manumissus tenetur der
Verf. auf S. 47 schließen kann, der Sklave sei reus principalis, ist
wahrhaft unbegreiflich. In jenem ist ja nur enthalten, daß daS
Schuldverhältntß des Herrn nur in seinem dominium den Grund hat;
und aus dem zweiten geht ja umgekehrt hervor, daß der Sklave erst
nach seiner wauumissio, weil dann der Grund seiner Nichthaftung

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