Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

148 v. Helmolt: Die Correalbltgationen.
pflichtungen anerkannte im Gegensatz zu der wahren Correal-Oblt-
gatton. Zur Erklärung aber des Umstandes, daß dock wieder in
den Ratten der una obligatio gewisse Einflüße aus dieselbe nament-
lich auch einige Befreiungsgründe nur für einzelne Personen wirksam
sind, batte schon Keller die Theorie „des objektiven Bestandes und der
objektiven Beziehung" der obligatio ausgestellt, die denn auch heute
noch fast allgemeine Anerkennung findet. — Von dieser Richtung der
beobachtenden Induktion sind auch Savigny's Untersuchungen über
die C.-O. (Oblig.-R. I, S. 136—294) die seit Ribbentrop's Schrift
fast die einzige auf diesem Gebiete in Betracht kommende Erschei-
nung sind, nicht abgewichen.
Allerdings war bet diesem Gange der Forschung noch mancher
Punkt zweifelhaft geblieben, und namentlich war man noch nicht zu
einer gründlichen Auseinandersetzung mit den Grundbegriffen des
Obligationenrechts gelangt. So kam es, daß sich in neuerer Zeit
mehrere Stimmen gegen die herrschende Lebre erhoben haben, die vor
allen die Einheit der obligatio bei einer Mehrheit von Subjekten,
besonders von Seiten des Begriffs der Obligation anzweifelten, in
deren Wesen man es begründet glaubte soviele abgesonderte Schuld-
Verhältnisse anzunehmen, als Personen auf der einen oder andern
Seite betheiligt seien. (Vgl. besonders Kuntze, die Obligation u.
s. w., § 29—32.) Jndeß sind diese Ideen immer nur beiläufig
bei andern Gelegenheiten geäußert und haben eine ausführliche Be-
gründung noch nicht erfahren.
Unter diesen Umständen ist für das Erscheinen des obengenann-
ten Buches der passendste Zeitpunkt gewählt, da es sich ex professo
mit einem Gegenstände beschäftigt, über den sich gerade jetzt zwei
entgegengesetzte Ansichten zu bekämpfen anfangen. Das Interesse
steigt aber noch, da uns Hoffnung gemacht wird in dem Buche die
bisher vermißte gründliche Durchführung der neu auftauchenden Mei-
nung zu finden. Denn gleich auf der ersten Scite der Vorrede er-
fahren wir, daß der Verfasser der herrschenden Lehre, der er den
Namen Unitäts- oder Jdentitätstheorie beilegt, entschieden abhold,
und der neueren „Obligattonenmehrheitstheorie" zugethan ist, indes-
sen die bisher gegen die erstere vorgebrachten Argumente nicht für
zulänglich hält, und selbst die Losung des Problems gefunden zu
haben glaubt. Zugleich hofft er auch die gewonnenen Grundsätze für
den heutigen Rechtsverkehr fruchtbar zu machen und die Lehre der

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