Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

Helmolt: Die Correalobllgntionen.

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ligationen annehmen und es fehlt ein Oriterium, nach welchem man
bierhcrgehörende Verhältnisse der einen oder der andern Classe mit
Sicherheit zuweisen könnte.
So blieb die Lehre unvollendet und allerdings in einer Art von
Erstarrung, bis in neuerer Zeit Oppositionsversuche gegen sie laut
wurden, welchen bei dieser Sachlage die Berechtigung nicht abzu-
sprcchen ist.
Der vollständigste Versuch dieser Art ist die vorliegende Arbeit
von Hclmolt, die mit Fleisi verfaßt ist und mit Ueberzeugung eine
abweichende Ansicht vortragt, wenn auch durch sie keineswegs unsre
so schwierige Lehre entwirrt ist. Wenn wir nun aber auch das
Streben des Verfassers anerkennen, so wollen wir doch dem Pub-
likum nachstcbendc eingebende, bie und da scharfe Kritik nicht vor-
enthalten, durch welche dem Leser erleichtert werden soll, sich ein
selbstständiges llrtbeil über das Werk zu bilden.
Die Redaktion.
Die Theorie der Corrcal-Obligationen, wie sie als die jetzt
herrschende betrachtet wird, ist ein Erzeugnisi rein analytischer Be-
trachtung, des in den Ouellen Vorgefundenen Materials. Ohne von
einer allgemeinen Idee präoecnpirt zu sein, oder sich bewußt oder
unbewußt von einem vorausgesetzten Begriffe, dem man die gegebe-
nen Thatsachen zu unterwerfen sich bemühte, leiten zu lassen, ist
man vielmehr umgekehrt durch Vergleichung einzelner feststehender
Erscheinungen zu den sich daraus mit Rothwendigkeit ergebenden höhe-
ren Principien hingeführt worden. So hat besonders Rtbbentrop,
angeregt durch K e! l e r's L i t i s e o n t e st a t i o n u n d N r t h e i l ausführ-
lich begründet, das; man durch genaue Beobachtung der in gewissen
Fällen solidarischer Obligationen eintretenden Wirkungen einzelner
Aufhebnngsgründe des obligatorischen Bandes für diese Fälle unab-
weislich zur Annahme einer einzigen ungctheilten obligatio mit meh-
reren Subjekten aetiver oder passiver Srits kommen müsse. Haupt-
sächlich war eS die consumircnde Kraft der mit einem correus cre-
dendi oder debendi eingegangenen litis contestatio für die Verpflich-
tung oder Berechtigung aller übrigen, welche Ribbentrop einerseits
ohne jene Einheit der obligatio für unerklärlich, bei deren Nichtvor-
handensein er aber auch umgekehrt eine Mehrheit von Obligationen
für unzweifelhaft hielt und demgemäß nur einfach solidarische Ver-

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