Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

138 Schleifer: Die^Konstliutionen Kurfürst Augusts von Sachsen.
so vnder Lachsenrccht sitzt,] mach sick etc. Dy godeshus vor-
schwigen sick binnen viertich jaren. Sehr denkbar wäre cs hier-
nach, daß man in dem Falle der const. II, 5 die sächsische Frist
ausschloß, weil die Kwche und mit ihr zusammenhängende Stiftungen
[In causis ecclesiasticis et aliis similibus sagt eine Ranbnole
zur Glosse dieses Artikels in Zobels Ausgaben,] nicht „Sachsen"
waren, nicht „unter Sachsenrecht saßen": ecclesia vivit iure Ko-
mano. Findet sich eine hierauf bezügliche Stelle in den Borbera-
thungen des Konstitutionenwerks '$
G. Ssp. I, 35 § 1: Al sebat under der erde begraven
deper den ein pluch ga, die hört to der koningiiken gewalt. Ver-
anlassung zu Zweifeln gaben hier die gegenüber von diesem Satze fo
wesentlichen Abweichungen des r. R. Diese, es koste, was es wolle,
auszugletchen, und den Ssp. in diesem Punkte als übereinstimmend
mit dem ins commune nachzuweisen: war schon das Bestreben der
Glosse gewesen. Sie schlug folgende Interpretationen zur Auswahl
vor: hört he int ryke, bet denne yd ryke dessen all edder half!'
gegeuen, so is he ere. Also: die königliche Gewalt, der der Schatz
gehört, hat in den betr. Bestimmungen des Kaiserrechtö über ihr
Etgenthum dtsponirt, die römischen Gesetze über inventio thesauri
sind Ansstüffe des in Ssp. I, 35, 8 1 erwähnten Recht's der könig-
lichen Gewalt! Wem diese Auslegung nicht behagte, der sollte so
sagen: he höre int ryke oflt men en vindt met schwarter kunst!
und diese Auslegung fand Anklang, wenigstens gtebt Nteolaus
Wurm in seiner Blume des Ssp. [Hds. Hom. 26.] folgende Re-
gel: Allen 8chacz vnder der erden funden lyfTer, den eyn pflüg
geeren mag, mit der swarezin kunst adir sust ist her nicht des
vinders sundir des Richters. Auch die Wittenberger und Leip-
ziger versuchten sich, zum Theil in Anschluß an die Glosse, in jener
vereinigenden Auslegung: „falls man jene Stelle de thesauris ver-
„stehen sollte, solle man sie wenigstens nur auf die auf fremdem
„Grunde mit Absicht gesuchten und gefundenen, und die durch Zau-
„berei erlangten Schätze beziehen, von den übrigen aber das gemeine
„Recht gelten lassen." [Schletter 211.] Als neu in diesem Bor-
schlage ist höchstens die gesetzgeberische Kühnheit und Willkür merk-
würdig. Aber auch die Wittenberger und Leipziger stellten
noch eine andere Erklärung zur Auswahl: sie schlugen vor, man
brauche ja den Artikel gar nicht von thesauris zu verstehen, man

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