Full text: Volume (Bd. 5 (1859))

128 Schletter: Die Konstitutionen Kurfürst Augusts von Sachsen.
werden im Ssp. als vormuntscap sSsp. I, 11] bezeichnet. Von
vornherein wird man annehmen können, daß jenes bausherrliche R.
mit der Beendigung des hausherrlichen Verhältnisses, die Vormund-
schaft aber nach den hierüber geltenden Grundsätzen zu Ende gehe.
Heber diese letzteren Grundsätze belehrt Ssp. I, 42 § 1 und I, 23,
§ 1: bis zum zwölften Jahre [ bis er zu seinen Jahren kommt],
muss, vom zwölften bis zum etnundzwanzigsten Jahre sbis er zu
seinen Tagen kommt], und vom sechzigsten Jahre ab (nach oder au-
ßerhalb seiner Tage] kann Jemand einen Vormund haben. Hier-
nach würde sich die väterliche Vormundschaft mit dem zwölften Jahre
endigen, falls der Sohn nicht eine Fortdauer derselben bis zum zu-
rückgelegten einundzwanzigsten Lebensjahre sich gefallen ließe. — Wet-
ter heißt es aber Ssp. II, 19, § 1: Dis vader mach wol den sone
Blinderen von ime vor geriehte mit jewelkem gude, dat die sone
annamen wel, svo kleine is sie, aus Ssp. I, 13, § 1 erfahren
wir, daß diese Absonderung entweder so geschehen könne, daß der
Sohn das väterliche Haus und die väterliche Kost verlasse, oder so,
daß er in beiden bleibe sse tvein sik mit der kost oder ne dun]
und in Ssp. I, 11 wird diese Absonderung vom Vater zu der väter-
lichen Vormundschaft, und zwar, wie es scheint, als terminus ad
quem in Beziehung gebracht. Es fragt sich, wie diese Absonderung
sich zu der Beendigung der Vormundschaft durch Jahre und durch
Tage verhalte?
Zunächst berechtigt der Ausdruck — Absonderung, Ausstat-
tung , Ausradung u. dgl. gewiß nicht dazu, in der durch denselben
ausgedrückten Handlung eine Aufhebung der väterlichen Vormund-
schaft zu sehen: Ssp. I, 13, § 1 spricht von einer Sonderung der
Mutter von ihren Kindern, und die Mutter hat wohl unbestreitbar
keine Vormundschaft über die Kinder, — im Art. 12 desselb. Buch,
steht mitten zwischen den von Absonderung der Kinder bandelnden
Art. 10, 11 und 13 eine längere Ausführung über Gemeinschaften

anzusehen, so daß flch der Vater durch den Eid von der Verpflichtung befreit
hätte, die Buße für seinen Sohn zu bezahlen. Hiergegen aber ist entscheidend
Schwabcnsptegel sW ack.j 151: unde iiberzingct man e/, snämlich: ein kind
daz niht vierzen jär alt ist] der tüt. (will also der Vater den Eid nicht lei-
stenl, nnde bat im der vater üz gegeben: da von sol man biiezen - - -.
unde hat er im niht üz gegeben, der vater sol von sinern guotc
niht bitezen. Vgl. übrigens Kraut Vorm. I. 379 f.

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