Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

A. Brinkmann, actio comm.div. unb a.neg.gest. 273
muni dividundo utilis auf Auseinandersetzung angestellt werden
muß, auch stets eine communio pro indiviso vorliegen, die nur
ihre Entstehung der Realservitut, dem usus fructus u. s. w. ver-
dankt. Denn indem die bewirkte Auseinandersetzung sich nur aus
die Theilnng der Ausübung des Rechts und nicht aus die des
Rechtes selbst bezieht, wie der Vers, richtig angiebt, so ist die Sache
so anzusehen, als ob sämmtliches Wasser, sämmtliche Weide, sammt-
liche Früchte u. s. w. überhaupt Alles, was durch das zustehende Recht
in das Eigenthum der Berechtigten übergehen kann, bereits vorhanden
und den Theilnehmern pro indiviso gemeinschaftlich sei; und wenn
nun durch die actio communi dividundo das Maaß, die Zeit oder
Zahl der Ausübung der Servitut bestimmt wird, so geschieht
eigentlich nur eine reelle Theilnng der gedachten pro indiviso ge-
meinschaftlichen Gegenstände. Diese Fiction mag auch der Grund
sein, weshalb in diesen Fällen die actio connn. div. als utilis An-
wendung finden soll. Hier noch näher auf die Sache einzugehen,
würde uns zu weit führen, und bemerken wir mir noch, daß der
Vers, bei seiner Eintheilung insofern mit sich in Widerspruch geräth,
als er einmal die eigentliche communio als ausschließliche
Grundlage der actio coram, div. und der actio kam. ercisc. bezeichnet
(S. 6.) und späterhin doch auch die uneigentliche communio als
Grundlage dieser Klagen ebenfalls anführt. Ein Widerspruch, der
bei unserer Auffassung nicht vorkommt.
Zweitens wäre in Bezug aus den Styl zuweilen mehr Praeision
und Kürze zu wünschen. So erscheint uns z. B. der Ausdruck un-
klar, wenn der Vers. S. 6. sagt: „Die Gemeinschaft im e. S.
kann, was die Entstehung derselben anbetrifft, aus einem Vertrage
beruhen, oder ohne solchen entstanden sein. Im ersten Fall spricht
das Römische Recht von einer societas, im zweiten von einer com-
munio incidens." De» Worten nach konnte man hier annehmen,
die Römer hätten die aus Vertrag beruhende communio durch
societas bezeichnet, was der Vers, doch gewiß nicht hat sagen wollen.
Schwerfällig aber sind die vielen Partieipial - ConstruettonenI ans
S. 15 und die über Gebühr lange Periode ans S. 38. bei der man
noch dazu das dem Vordersätze entsprechende „sondern" vergeblich
in demselben Satze sucht.
Zürich.

Dr. H. Mentz.

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