Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

A. Brinkmann, actio comm. div. unb a. neg. gest. 571
zelnen Fall der uneigentlichen Communion unter Zuziehung der nö-
thigen Beweisstellen vorgenommen wird.
Unter diesen Umständen halten wir aber dafür, daß es im
Betreff der Theilung einer uneigentlichen Communion an einem
allgemeinen Princip eben fehlt, und sehen nicht ein, wie der Ver-
fasser dem §. 14. die Überschrift „Allgemeines Princip" geben
konnte, da wir darin nur das Factum, daß nach römischen Rechte
in gewissen Fällen die actio communi dividundo für die Theilung
einer uneigcntlichen Gemeinschaft utiliter gestattet ist, aber kein
Princip ausgesprochen finden.
Zm Schlußparagraphen stellt der Verfasser das gewonnene
Resultat in kurzen Hauptsätzen übersichtlich zusammen.
Mehrere auf den verhandelten Gegenstand bezügliche Streit-
fragen sind von dem Verf. besonders in Anmerkungen berührt und
entschieden worden. Wir heben von diesen hervor:
1. Die Frage über die Zulässigkeit der actio negotiorum ges-
torura in dem Falle, wo der gestor die fremden Angelegenheiten
für seine eigenen gehalten und als solche verwaltet hat.*) Der
Verf. tritt hier (S. 16 Anmcrk. 2), wie uns scheint mit Recht,
der herrschenden Meinung, daß die actio negot. gest. directa in
diesem Falle unbeschränkte Anwendung finde, so wie der Ansicht,
daß die actio neg. gest. contraria als utilis hier unzulässig sei, ent-
gegen, und nimmt an, daß hier für den Fall, wo weder das
Retentionsrecht anwendbar, noch eine andere Klage gegen einen
Dritten oder gegen den gestor und beziehungsweise gegen den
dominus möglich sei, utiliter die actio negotiorum gestorum, sei
es die directa oder die contraria, oder eine actio in kactuw bis
auf die Bereicherung zulässig sei.
2. Die Frage wegen der Ratihabition des dominus für die
utilis gestio. Wir treten hier der Ansicht des Verfassers bei, der
die Ratihabition für die utilis gestio nicht für erforderlich hält, (S.
28. not. 7) und dadurch gegen Ch ambon streitet, welcher sie im-
mer fordert, aber dem gestor, der utiliter gerirt hat, das Recht giebt,
die Genehmigung zu erzwingen.

*)Jn Ehambon, civitist. Abhandl. über die neg. gestio findet sich über
diese Fragen (im §. 18.) eine reiche Literatur.

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