Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

542 Mommsen, Beiträge zum Obligationenrecht.
dann nicht für den Verf. sprechen, wenn auch die Worte „et sic
6t yussi alii non vendidissem“ einen Grund für die Freiheit des
Schuldners von der Ersatzverbindlichkeit, und nicht vielmehr für
seine Freiheit von der Verpflichtung zur Herausgabe des Gewinns
enthielten.
d. Zur Bestimmung des Causalnerus, in welchem der Schaden,
für welchen Ersatz begehrt wird, mit der zum Ersatz verpsttchtenden
Thatsache stehen muß, bringt der Verf. Folgendes bei. Der Schaden
muß die wirkliche Folge dieser Thatsache sein (S. 141 —143).
Aber es ist nicht nothwendig, daß diese Thatsache seine alleinige
Ursache gewesen sei; es können zu seiner Herbeiführung andere Ur-
sachen mitgewirkt haben (S. 143 —146, 164—165). Eben des-
wegen darf auch nicht behauptet werden, daß der Schaden die
nothwendige Folge der zum Ersatz verpflichtenden Thatsache sein
müsse (S. 164—165), und eben so unrichtig ist, demjenigen,
welchem diese Thatsache zur Last fällt, die Erstattung nur desjeni-
gen Schadens aufzuerlegen, den er vorhcrsehen konnte (S.165
bis 171).
Wann kann man sagen, daß der eingetretene Schaden die wirk-
liche Folge der zum Ersatz verpflichtenden Thatsache sei? Dies wird
dadurch nicht ausgeschlossen, daß der Schaden möglicherweise
hätte eintreten können, auch wenn die zum Ersatz verpflichtende
Thatsache nicht gewesen wäre, wohl aber dadurch, daß der
Schaden gewiß auch ohne dieselbe eingetreten wäre. So der
Vers. (S. 145 — 156). Ich hätte gewünscht, er wäre in der
Wahl deö Ausdrucks etwas vorsichtiger gewesen. Ein Schaden,
der nur möglicherweise auch ohne die zum Ersatz verpflichtende
Thatsache eingetreten wäre, ist durch dieselbe wirklich eingetre-
ten. Liest man nun sogleich darauf von einem Schaden, der
auch ohne die zum Ersatz verpflichtende Thatsache wirklich ein-
getreten wäre, so denkt man nothwendigerweise an einen Scha-
den, der ebenfalls durch sie verursacht worden ist, aber freilich,
wenn sie nicht gewesen wäre, auch durch eine andere Thatsache
herbeigeführt worden sein würde. Nun ist es keiner Frage unter-
worfen, daß für einen solchen Schaden Ersatz nicht begehrt werden
kann, wie z. B. wenn das Schiff untergegangen ist, auf welches die
zu transportirmden Gegenstände contractswidrtg geladen worden

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