Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

52. Mommsen, Beiträge zum Obligationenrecht. Zweite Abtheilung. Die Lehre vom Interesse

Mommsen, Beiträge zum Obligationenrecht.

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Beiträge zum Obligationenrecht. ZweiteAbthetlung. Die Lehre vom
Intere sse. Von Fri ed ri ch Mommsen, Doctor der Rechte (jetzt außer-
ordentlichem Professor in Göttingen). Braunschweig, C. A. Schwrtschke
und Sohn (M. Bruhn). 1855. XIII und 301 S.
Auf die erste Abtheilung dieser Schrift, welche im Jahre 1853 er-
schienen und in dem laufenden Bande der kritischen Zeitschrift S.106 ff.
angezeigt worden ist, hat der fleißige Verfasser in vrrhältnißmäßig
kurzer Frist die zweite folgen lassen. Die erste Abthetlung handelte
von dem Einflüsse der Unmöglichkeit der Leistung auf die obliga-
torischen Verhältnisse, beantwortete die Frage, in welchen Fällen
der Schuldner durch dieselbe bcfteit werde, in welchen er statt der
unmöglichen Leistung ein Aequtvalrnt geben müsse. Muß ein Aequi-
valent gegeben werden, so besteht es regelmäßig in dem Interesse,
welches der Gläubiger an der Erfüllung hat; so war der Ueber-
gang zur Lehre vom Interesse gegeben, welche nun aber hier in
ihrem ganzen Umfange, mit Berücksichtigung derjenigen Fälle,
wo das Interesse daS Aequivalent für eine unmögliche Leistung
nicht bildet, dargestcllt wird. Nur das Interesse, welches im Falle
des Verzuges zu prästiren ist, wird bloß angestreift; der Verf. gedenkt
die Lehre von der Mora, mit Berücksichtigung der von der Culpa,
in der dritten Abtheilung seiner Schrift besonders zu behandeln.
Diese zweite Abtheilung zeigte dieselben Vorzüge, welche an
der ersten gerühmt worden sind, — dieselbe Ruhe und Besonnen-
heit der Untersuchung, dieselbe Tiefe und Gründlichkeit der For-
schung, dasselbe, im besten Sinne des Wortes praktische, Bestre-
ben, die Rechtsverhältnisse in ihrem inneren Leben zu erfassen.
Zugleich hat die Kritik anzuerkcnnen, daß ein Mangel, welcher
an der ersten Abtheilung getadelt werden mußte, eine gewisse
Schwerfälligkeit und Undurchsichtigkeit der Darstellung, an dieser
in bei Weitem geringerem Grade zu Tage tritt. Zwar finden sich
auch hier noch Stellen. in denen die Mühe, welche dem Vers, die
Durchdringung des Gedankenstoffes gemacht hat, zu wenig über-
wunden erscheint, und welche wenigstens dem tiefer eingehenden
und prüfenden Leser Anstrengungen zumuthen, die ihm hätten er-
spart werden können; aber im Ganzen hat der Verf. doch Fort-
schritte gemacht, und, waS schon bei der ersten Abtheilung zu

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