Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

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die andere Bestimmung über Erscheinungsrecht der kleinen Va-
sallen war der Stein des Anstoßes. Sie nur gehörte zu den Capi-
tal« gravia et dubitabilia scilicet de scutagiis et auxiliis assidendis,
welche der jetzt für den nur 9jährigen König die Negierung füh-
rende Wilhelm von Pembroke ausließ.
So mußte denn das Haus der Lords, wie wir die Versamm-
lung der Barone jetzt nennen können, selbst den Anstoß dazu ge-
ben, daß neben ihm ein Haus der Gemeinen, bestimmt, es völlig
zu überragen, erwuchs. Ehe wir seine Anfänge kurz schildern,
müssen wir die Schicksale des alten commune concilium, der curia
regis, die sich so der Mehrzahl ihrer ursprünglichen Mitglieder
entledigt hat, etwas weiter verfolgen.
Der Besitz eines königlichen Lehnsguts als Thronvasall hört
jetzt auf, das Charakteristische an den Mitgliedern der Versamm-
lung zu sein, da die meisten dieser Lehnsträger ausgeschlossen sind.
Neben dem Besitz eines Lehnsgütereompleres, einer major baronia,
wird das Einberufungsschreibrn des Königs, sein vvrit (nach der
Magna Charta die nothwendige Folge jener Oualifieation), zuerst
wahre Bedingung des Erscheinens für den major baro, und all-
mählig mit Nichtbeachtung der älteren Qualifieation selbstständiger
Grund des Rechts zu erscheinen. Der Inhaber einer Lehnsbaronie
hat nur ein Anrecht auf die Berufung (bei einer Veräußerung
ging zweifellos auch insoweit die Reichsstandschaft mit über, w"'e
bei einer Confiseation und Wiederverleihung), aber der König beruft
außerdem, wen er will.
Daß diese Revolution im Charakter des Oberhauses sich stetig
vollziehen konnte, selbst unter schwachen Königen wie Eduard 11.
und Richard II., beweist uns, wie politisch richtig schon anfangs
von dem Eroberer die Stellung des englischen Adels bestimmt
war. Die Formen der königlichen Ernennung schwanken eine Zeit
lang; hie und da wird auch das Parlament um Genehmigung
der neuen Erhebungen gefragt, aber seit dem Hause Lancaster
ist es unbestritten, daß der König frei zum Oberhause ernennt,
daß aber diese Ernennungen, wenn nicht etwas anders bestimmt
ist, erblich sind. Anstatt des Nachweises, daß man eine Baronie
besitzt oder die Vorfahren eine besessen, ist die Abstammung von
einem durch königliche Ernennung zum Parlament berufenen Vor-

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