Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

44. Leist, Ueber die dogmatische Analyse römischer Rechtsinstitute. Auch unter dem Titel: Civilistische Studien auf dem Gebiete dogmatischer Analyse. Erstes Heft

422 Leist, über die dogmatische Analyse römischer RechtSistitute.
tief ein. Leider artet aber oft die Gründlichkeit in eine Art von
Breite und Mangel an übersichtlicher Verarbeitung aus, so daß
das Lesen der Schrift hie und da ein etwas unerquickliches Ge-
schäft wird. Ref. glaubt, daß nicht allzuviele das Buch hinaus-
gelesen haben werden, ohne mit einer gewissen Freude, mit dem
schwierigen Werke zu Ende zu sein, es zuzuschlagen.
Der vierte Abschnitt (S. 183—200) beschäftigt sich mit der
Theilbarkcit der Stipulation und ist gegen die Schlußausführung
Wetzells über denselben Gegenstand gerichtet.
Im Ganzen ist dem Verf. das Lob nicht zu versagen, die
angegriffene Hypothese mit einer wirklich aufopfernden Gründlich-
keit beseitigt zu haben. Zweifelhafter mochte es bleiben, ob der
Aufwand an Fleiß und Scharfsinn nicht ein weit ersprießlicheres
Feld hätte gewinnen können, und ob jenes Resultat sich nicht weit
einfacher erreichen ließ, ja ob es nicht schon vor dem Verf. im
Wesentlichen erreicht war. Was der Veif. über die prätorischen
Iudicialstipulationen sonst noch beigebracht, haben wir kurz be-
sprochen. Schließlich drängt sich noch die Frage auf, ob es nicht
wohlgethan gewesen wäre, im Interesse der Kürze eine große An-
zahl dogmengeschichtlicher Noten wegzulassen. Hat man jetzt nach-
gerade angcfangen, den Nutzen dogmengeschichtlicher Anhäufungen
stark zu bezweifeln, so mochte insonderheit daran, was die Gloffa-
toren, oder etwa Cuiacius und Donell, oder gar Baudoza und
Nicasius über das feine Detail römischer Proceßinstitute gemeint
haben, recht wenig liegen.
Weimar, im August 1854.
Gustav Demelius.

Ueber die dogmatische Analyse römischer Rechtsinstitute. Von
Dr. Burka rd Wilhelm Leist. Auch unter dem Titel: Eiviltstlsche
Studien auf dem Gebiete dogmatischer Analyse. Erstes Heft. Zena 1854.
Die Untersuchungen, von denen uns der Verf. hier das erste
Heft darbietet, sollen eine neue Methode in der wissenschaftlichen
Behandlung des römischen Rechtes anbahnen helfen. Der Verf.
geht dabei von der Bemerkung aus, daß das römische Recht seine
Vorzüge weit weniger der römischen Legislation, als dem schöpfe-

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