Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

386 Paul, die Lehre von dm Verträgen im Allgemeinen.
gehörig Nachsehen. Der zweite Band der ersten Ausgabe des Bor-
nemann'schen Systems erschien, wie dessen Titel klar ergibt, im
Jahre 1834. Daß also darin das Gesetz vom Jahre 1835 keine
Berücksichtigung finden konnte, versteht sich doch wohl von selbst.
Die höchst schwierige Lehre von den Bürgschaften ist in der
vorliegenden Darstellung ein dürres unscheinbares Gerippe, worin
sich im §. 77 (S. 106 u. 107) wieder die Blöße vorfindet, daß
eine Bornemann'sche Ansicht bekämpft wird, welche der Autor selbst
in der ll. Ausgabe seines Systems, Band II, S. 279 längst re-
probirt hat. Charakteristisch ist es übrigens, daß Koch's Recht der
Forderungen, trotz der früheren Allegate, in dieser Materie nicht
ein einziges Mal citirt wird.
Nicht glücklicher ist der Verfasser bei der Bearbeitung des
Pfand - nnd Hypotheken-Rechts, was an manchen Stellen sogar
recht flüchtig behandelt worden ist. Wegen Mangels an Raum
können wir nur zweierlei hervorhebcn. Im §. 96 (S. 129) werden
die Controverse» weitläuftig besprochen, welche das Pfandrecht des
Verpächters und Vermiethers an den eingebrachten Effecten des
Pächters und des Miethers betreffen. Der Verfasser begnügt sich
damit, am Schluß dieses § eine längst verklungene Ansicht von
Grävell und Bielttz zu widerlegen. Hier könnte der Referent
dem Verfasser den Vorwurf zurückgeben, welchen er selbst unserm
verehrungswürdigen Bornemann gemacht hat. Die bekannte
Declaration vom 21. Juli 1846 (Gesetzsamml. S. 326) hat die
Controversen mehrentheils beseitigt. — Von derselben und dem
eigentlichen Abschluß der Controversen ist jedoch keine Spur zu
finden.
Am unglücklichsten und mangelhaftesten ist in den §§. 145 f.
die Lehre von der Hypothek des Eigenthümers abgehandelt. Der
Verfasser kämpft hier gegen die Schrötter-Kamptz'sche Platztheorie,
gegen die Hagen'sche Werththeorie, welche ihm jedoch in ihrem
eigentlichen Wesen völlig ftemd ist, ja sogar gegen die Theorie
der sog. concreten Hypothek, welche Bornemann in der zweiten
Ausgabe seines Werkes (Band IV, S. 250) selbst als eine un-
richtige verworfen hat. Der gegenwärtige Standpunkt dieser Lehre,
der Streit zwischen der Correaltheorie (Koch) und der Umwand-
luugstheorie (Obertribunal) ist von dem Verfasser wahrscheinlich

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