Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

Becker, die prozessualische Consumption. 353
stellen. Wer aber mit der Vindicatio» des Theileigenthums unter-
legen war, dem sollte die s. evmmuni dividundo nicht mehr offen stehen.
Diese Klage ist ihm indirekt abgesprochen, da ihre Unstatthaftigkeit
nothwendige Konsequenz des ausgesprochenen Urtheils über das Nicht-
vorhandensein des klägerischeu Eigenthums ist. Die Kraft des ersten
Urtheils wäre denn auch sehr hinfällig gewesen, wenn man dies nicht
angenommen hätte, kr. 8. D. de exc. rei jud. kr. 25, §. 8, D. fam. erc.
10, 2. „quum enim per judicem priorem apparuit, totam non esse
hereditatis, quemadmodum in familiae erciscundae judicium venit ?“
b) Wer geklagt hat, daß ihm die Servitut zustehe, bis zu
10 Fuß altius tollere, der kann, wenn er siegte, annoch klagen,
daß er auch das Recht habe, weitere 10 Fuß zu bauen jus mihi
esse altius ad alios pedes tollere. Wenn er aber im ersten Prozeß
besiegt wurde, wird ihm die zweite Klage nicht gestattet, es ist ihm jedes
weitere Recht indirekt abgesprochen, kr. 26, pr. D. exc. rei jud.
quum aliter superior pars jure haberi non possit, quam si inferior
pars jure habeatur.
c) Wer mit der Eigcnthumsklage abgewiesen ist, der kann
nicht noch später hinzugekommene Accessionen (eine insula nata)
einklagen. Zudem die Voraussetzung ihres Erwerbs, Eigenthum
an der Hauptsache, im Augenblick des Zuwachsens verneint ist, ist
auch das EigenthumSrecht an den Accessionen verneint, kr. 26,
§. 1, v. h. t.
Man wird vielleicht glauben, diese und ähnliche Entscheidun-
gen erklärten sich natürlicher aus dem Prinzip Savigny's, wonach
jeder Klage-Anspruch gehemmt ist, der sich auf eine früher ver-
neinte Rechtsfrage stützt. Daß dies nicht der Fall ist, zeigt,
wie wir glauben, ganz deutlich kr. 33, §. 1. v. de usukruetu 7,1
Papinianus libro 17 quaest., dessen Inhalt, wenn wir nicht irren,
unsere Ausführungen sehr unterstützt.
Usumfructum in quibusdam causis non partis effectum ob-
tinere convenit: unde si fundi vel fructus porlio petatur et abso-
lutione secuta postea pars altera, quae adcrevit, vindicetur, in lite
quidem proprietatis, judicatae rei exceptionem obstare, in fructus
vero non obstare scribit Julianus, quoniam portio fundi vehit al-
luvio portioni, personae fructus adcresceret. Der Anspruch des
Legatars auf die accrescirende Portion des vermachten Usus-

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