Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

des römischen Rechts.

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forschern und philologischen Lexikographen ging wiederum die ju-
ristische Gelehrsamkeit und Detailkenntniß ab, welche zu einer für
das Rechtsgebiet erfolgreichen Verwendung des Sprachschatzes erfor-
derlich ist; selbst Gerhard Joh. Vossius gelehrte Arbeit ist
in diesem Stücke nicht ergiebiger als alle andern.
In neuster Zeit hat die Etymologie namentlich in Deutsch-
land durch die auf das Studium des Sanskrit gegründete ver-
gleichende Sprachwissenschaft der Geschichtsforschung eine bis dahin
kaum geahnte Perspective eröffnet. Jndeß auch dieser Aufschwung
hat für das Gränzgebiet der Rechtsalterthümer bis jetzt nur ver-
einzelte Erfolge gehabt, eine vollständige ctymologsschc Erläute-
rung derselben, ein spezifisch-juristisches etymologisches Wörterbuch
hat er noch nicht zu Wege gebracht.
Der hochverdiente Vcrsaffer der oben genannten Schrift war
unter den Ersten, welche die Früchte der erweiterten Linguistik für
die juristische Terminologie zu verwenden suchten. Seine schon
1820 erschienene Abhandlung über Dominium gab für die Be-
zeichnungen einzelner Rechtsbegriffe Driginationen von überraschen-
der Neuheit und unläugbarer Evidenz.
Eine Probe späterer umfassenderer Studien in dieser Rich-
tung bietet die vorliegende Jubel-Dissertation, deren Entstehung
und Oeconomie folgende ist.
Nach dem Muster des Iructutus üe litersrum permutatione,
den Gerhard Johann Vossius seinem et^moloßicum linguse
Istinse voraufgcschickt hatte, legte der Verfasser vor 25 Jahren
für seinen Privatgcbrauch in einem von ihm so benannten „Ver-
such eines etymologischen Reductionsalphabets für die lateinische
Sprache" eine alphabetische Uebersicht der nach den Gesetzen dieser
Sprache möglich scheinenden Lautverwcchselungcn an. Als Bewcis-
thümcr führte er die durch den Lautwechscl einander unähnlich ge-
wordenen Wörter auf, um dieselben durch Vergleichung unter
einander oder mit andern dem indogermanischen Sprachstamme
ungehörigen Ausdrücken auf ihren ursprünglichen oder doch ältern
Sinn zurückzuführen. Die nähere Begründung der aufgestellten
Vergleichung oder Erklärung wurde in Anmerkungen hinzugefügt.
Aus diesem, etwa 400 Laut- oder Buchstabenzusammenstel-
lungen umfassenden Reductionsalphabete gibt der Verfasser in der

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