Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

Elvers, die römische Servitutenlehre.

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Eigenthum, nicht ein Recht an einem Recht, sondern ein jus ia
re, in corpore (die Undenkbarkeit eines Rechts am Recht haben
Puchta gegen Du Roi und Arndts gegen Büchel hinreichend
dargethan), daher auch nicht der verpfändete NieSbrauch ein Pfand-
recht am dinglichen Recht des Nutznießers; das pigno8 nominis ist
eine eventuelle Ccssion, das sudpignus die Befugniß, das fremde
Pfandrecht eventuell auszuüben; warum soll das pignus am Usus-
frukt absolut einen dinglichen Karakter erhalten? Vortheile gewährt
es auch ohne diese forcirte Dinglichkeit, und keineswegs, wie der
Vcrf. meint, ein einfaches persönliches Recht gegen den ver-
pfändenden Usufruktuar, sondern ein Schntzrccht auch gegenüber
dem dominus rei servientis, wie I. 11. §. 2. D. (20, 1) ausdrücklich
hervorhebt; daß, wenn Dinglichkeit auf den ususfructus oppigne-
ratus anwendbar wäre, durch sie der Pfandgläubigrr besser geschützt
wäre, mag sein; wie aber läßt sich darauf ein Beweis gründen,
daß Dinglichkeit von den röm. Zuristen angenommen worden sei?
Die einfache Analogie des (dinglichen) Pfandrechts an einer res
corporalis, dieser ursprünglichen Hypothekenbildung, führt dahin,
als den Inhalt des Pfandrechts am ususfructus die Befugniß an-
zunehmen, den ususfructus (eventuell) zu veräußern, d. h. einem
Andern die Ausübungsbefngniß gegen ein pretium zu übertragen;
gleichwie es eine venditio (cessio) nominis gibt, welche die Aus-
übung der Forderung als ein selbständiges Recht gibt, so gibt es eine
venditio ususfructus, die entweder vom Znhaber des ususfructus selbst
oder (quasi procuratorio nomine) vom Pfandgläubiger vorgrnommen
werden kann. Gegen diese Auffassung kommt das vom Verf. S. 239
Gesagte nicht in Betracht; denn weder ist Cesston einer Forderung
bloS als Uebertragung der Klage daraus aufzufaffen, noch kann
bei der Verpfändung des ususfructus daran gedacht werden, den
Pfandglänbiger mit der actio conkessori» abzuspeisen; in beiden
Fällen handelt eö sich um Ausübung und Geltendmachung eines
fremden Rechts in seinem ganzen Umfange; Geltendmachung durch
Klage ist nur eine einzelne sekundäre Seite; das gilt auch von der
Eession.
Der Verf. hat nicht eine einzige Stelle Nachweisen können,
welche dem Pfandgläubiger das dingliche Recht selbst zuspräche;
vielmehr gewährt die I. 11. cit. demselben nur eine beschränkte

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